
Im Streit um das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 hat sich der Ton diese Woche deutlich verschärft. Verbandschef Fouzi Lekjaa hatte erklärt, das WM-Endspiel werde im neuen Grand Stade Hassan II bei Casablanca ausgetragen – die Fußball-Weltmeisterschaft (FIFA) widersprach umgehend, und selbst die marokkanische Regierung ging auf Distanz zu Lekjaas Vorstoß.
Lekjaas Ansage sorgt für Wirbel
Fouzi Lekjaa, Präsident des marokkanischen Fußballverbands FRMF, hatte öffentlich verkündet, das Finale der WM 2030 werde im Grand Stade Hassan II stattfinden, das derzeit in Benslimane zwischen Casablanca und Rabat gebaut wird. Mit einer geplanten Kapazität von rund 115.000 Plätzen soll die Arena zum größten Fußballstadion der Welt werden. Lekjaas Aussage verbreitete sich rasch in internationalen Sportmedien und wurde in Marokko als faktische Vorentscheidung zugunsten des Königreichs gewertet.
FIFA widerspricht, Regierung in Rabat distanziert sich
Die FIFA reagierte prompt und stellte klar, dass über den Austragungsort des Finales noch keine Entscheidung gefallen sei. Der Weltverband betonte, die Vergabe einzelner Spiele – einschließlich des Endspiels – werde erst zu einem späteren Zeitpunkt im regulären Verfahren festgelegt. Bemerkenswert: Auch aus der marokkanischen Regierung kam Zurückhaltung. Regierungschef Aziz Akhannouch ging öffentlich auf Distanz zu Lekjaas Ankündigung und mahnte, es sei nicht Sache des Verbandspräsidenten, eine offizielle FIFA-Entscheidung vorwegzunehmen. Der Vorgang sorgte für einige Verwunderung, da damit selbst innerhalb Marokkos kein einheitliches Bild nach außen vermittelt wurde.
Spanien hält dagegen
Die Auseinandersetzung um das prestigeträchtige Endspiel ist damit keineswegs beendet. Rafael Louzán, Präsident des spanischen Fußballverbands RFEF, hatte bereits zuvor erklärt, das Finale werde in Spanien ausgetragen, und wiederholte nach Lekjaas Vorstoß seinen Anspruch mit Nachdruck. Die WM 2030 wird bekanntlich gemeinsam von Marokko, Spanien und Portugal ausgerichtet, während zusätzlich einzelne Jubiläumsspiele zum 100-jährigen WM-Bestehen in Uruguay, Argentinien und Paraguay stattfinden sollen. Wer am Ende das Finale bekommt, dürfte auch von der Fertigstellung der Stadien und der politischen Abstimmung zwischen den Gastgeberländern abhängen.
Offene Entscheidung erwartet
Bis zur offiziellen Vergabe des Spielplans dürfte es nach Einschätzung von Beobachtern noch dauern. Der Bau des Grand Stade Hassan II gilt als zentrales Prestigeprojekt Marokkos im Hinblick auf die WM 2030, unabhängig davon, ob am Ende tatsächlich das Finale dort stattfindet. Für Marokko wäre die Vergabe des Endspiels ein weiterer Baustein in der Positionierung als sportliche Großmacht Afrikas, nachdem das Land zuletzt bereits mit dem Ausbau seiner Stadien und seiner Infrastruktur für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Quellen: Morocco World News, Yabiladi, Morocco World News


