Ceuta-Krise: Mehr als 5.300 Migranten binnen eines Monats nach Marokko zurückgekehrt

Grenzzaun zwischen Ceuta und Marokko am Strand
Foto: Mario Sánchez Bueno, Lizenz CC BY-SA 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Mehr als fünf Wochen nach dem Massenandrang Zehntausender Migrantinnen und Migranten an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta zieht die spanische Regierung eine erste Zwischenbilanz: Nach Angaben des von Ministerpräsident Pedro Sánchez eingesetzten Krisenkoordinators, Territorialminister Ángel Víctor Torres, sind zwischen dem 10. August und dem 13. September mehr als 5.300 Menschen freiwillig nach Marokko zurückgekehrt. Rund 100 weitere hätten ihren Asylantrag in Spanien zurückgezogen.

Notunterkünfte statt Straßen und Strände

Torres erklärte, die Behörden hätten inzwischen rund 4.500 zusätzliche Unterbringungsplätze geschaffen. Bei einem Noteinsatz am vergangenen Sonntag seien 864 Menschen von improvisierten Lagern an Stränden und aus den Straßen der Stadt in eine temporäre Notunterkunft gebracht worden. „Menschen, die auf der Straße geschlafen haben, sind jetzt in einer Einrichtung untergebracht“, sagte der Minister laut spanischen Medienberichten. Das Ministerium für Migration hatte die Kapazität der Notunterkünfte zuvor bereits von rund 4.300 auf 6.000 Plätze aufgestockt. Bevor eine Rückführung erfolgen kann, prüfen die Behörden nach eigenen Angaben in jedem Einzelfall, ob ein Asylanspruch oder ein rechtlicher Schutzstatus besteht – ein Verfahren, das bei unbegleiteten Minderjährigen zusätzliche rechtliche Hürden mit sich bringt.

Umstrittene Zahlen, angespannte Stimmung

Wie viele Menschen sich derzeit noch in Ceuta aufhalten, ist zwischen der Madrider Zentralregierung und der konservativ regierten Stadtverwaltung umstritten; Oppositionsvertreter sprechen von deutlich höheren Zahlen als von der Regierung genannt, unter den Verbliebenen sollen sich auch rund 2.100 minderjährige Migranten befinden. Berichten zufolge kommt es weiterhin nahezu täglich zu Protesten der Anwohnerschaft, die eine Rückkehr zur Normalität fordert, während Migrantinnen und Migranten teils weiterhin an Stränden und auf Straßen campieren. Die Krise setzt Ministerpräsident Sánchez auch innenpolitisch unter Druck: Die konservativ geführte Stadt Ceuta wirft der linken Zentralregierung Untätigkeit vor, während marokkanische und internationale Beobachter auf eine enge Abstimmung zwischen Rabat und Madrid drängen, um die Rückführungen geordnet und unter Wahrung der Menschenwürde der Betroffenen fortzusetzen.

Ursprung: Massenandrang Ende Juli

Auslöser der Krise war ein Massenandrang am 30. und 31. Juli, als nach Behördenangaben mehr als 70.000 Menschen versuchten, von marokkanischem Gebiet aus die Grenze zu überqueren. Die meisten wurden noch am selben Tag nach Marokko zurückgebracht, mehrere Tausend blieben jedoch in der Enklave zurück und mussten seither einzeln auf ihren rechtlichen Status hin überprüft werden – ein Prozess, der sich über Wochen hinzog und die Kapazitäten der Stadt an ihre Grenzen brachte. Die nun vorgelegte Zwischenbilanz von mehr als 5.300 Rückkehrern markiert nach Wochen der Bilder überfüllter Strände einen ersten sichtbaren Fortschritt bei der Bewältigung der Krise, auch wenn nach Einschätzung von Beobachtern eine vollständige Normalisierung noch aussteht.

Quellen: Morocco World News, La DH/Les Sports+

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