Statbel-Zahlen: Marokko ist Belgiens beliebtestes außereuropäisches Reiseziel 2025

Marokko hat sich 2025 als klarer Favorit belgischer Reisender etabliert: Nach Zahlen des belgischen Statistikamts Statbel liegt das Land auf Platz sechs unter allen Auslandszielen der Belgier – und damit unter den nichteuropäischen Destinationen auf Platz eins. Rund 700.000 Reisen mit Marokko als Ziel wurden 2025 registriert, verbunden mit 14,9 Millionen Übernachtungen und Gesamtausgaben von 706 Millionen Euro.

Erste nichteuropäische Destination der Belgier

Betrachtet man ausschließlich touristisch motivierte Reisen, landet Marokko in der Statbel-Erhebung auf Platz zehn: 335.000 reine Urlaubsreisen, 6,4 Millionen Übernachtungen und 375 Millionen Euro Tourismusausgaben. Vor Marokko liegen in der Gesamtwertung nur fünf europäische Länder – Frankreich mit 6,856 Millionen Reisen, die Niederlande mit 2,633 Millionen, Spanien mit 2,217 Millionen, Italien mit 1,452 Millionen sowie Deutschland mit 1,437 Millionen. Marokko selbst lässt dagegen etablierte Reiseziele wie Großbritannien (660.000 Reisen), Portugal (558.000), Österreich (509.000) und Griechenland (428.000) hinter sich. Als Hauptgründe für die enge Reiseverbindung nennt die Statistik zum einen die große marokkanische Diaspora in Belgien, zum anderen den klassischen Pauschal- und Individualurlaub in Zielen wie Marrakesch und Agadir.

Gut ausgebautes Flugnetz als Rückgrat

Gestützt wird die Nachfrage durch ein dichtes Flugangebot zwischen beiden Ländern: Von Brüssel und Charleroi aus bestehen Direktverbindungen unter anderem nach Marrakesch, Agadir, Tanger, Casablanca und Nador, bedient sowohl von Billigfliegern als auch von Charterprogrammen. Die aktuellen Statbel-Zahlen fügen sich damit in eine Entwicklung ein, die sich bereits Anfang September abzeichnete: Die belgische Wirtschaftszeitung L’Echo hatte in einem vielbeachteten Beitrag zuvor auf das touristische Potenzial der bislang eher unterschätzten Oriental-Region im Nordosten Marokkos hingewiesen, wo Marokkos Fremdenverkehrsamt ONMT die Flugkapazitäten an den Airports Oujda und Nador binnen drei Jahren bereits um 50 Prozent ausgebaut hat. Die neuen Statbel-Daten liefern nun den zahlenmäßigen Beleg dafür, wie fest Marokko im Reiseverhalten der Belgier inzwischen verankert ist – über die klassischen Ziele hinaus.

Teil eines breiteren Aufwärtstrends

Die Zahlen reihen sich ein in Marokkos allgemein starkes Tourismusjahr 2026: Bis Ende August meldete das Land landesweit 14,1 Millionen Touristenankünfte, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Belgien gehörte dabei bereits im ersten Halbjahr zu den Herkunftsländern mit spürbarem Zuwachs. Für die marokkanische Tourismusbranche, die sich mittelfristig als eines der zehn meistbesuchten Reiseländer der Welt etablieren will, ist die Statbel-Erhebung ein weiterer Beleg dafür, dass sich die gezielte Erschließung einzelner europäischer Kernmärkte auszahlt – auch abseits der traditionell dominierenden französischen und spanischen Herkunftsmärkte.

Quellen: Hespress, 7News Morocco

Nach oben scrollen