
Ghana hat Berichte über eine angebliche Kurswende in der Westsahara-Frage entschieden zurückgewiesen: Das Außenministerium in Accra stellte am Mittwoch klar, dass der im Januar 2025 vollzogene Entzug der Anerkennung der von der Polisario-Front ausgerufenen „Demokratischen Arabischen Republik Sahara“ (DARS) uneingeschränkt in Kraft bleibe. Anlass der Klarstellung waren Berichte separatistennaher Medien, wonach Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa einen Botschafter der Polisario empfangen habe.
Kein Botschafter, sondern ein einfacher Kontakt
Nach Darstellung des ghanaischen Außenministeriums, das seine Position über offizielle Kanäle auf Facebook und X verbreitete, habe Ablakwa lediglich einen „Vertreter“ der Polisario-Front getroffen – keinen akkreditierten Botschafter. Ein solches Treffen stelle keine Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen oder eine erneute Anerkennung dar, betonte das Ministerium. Die Unterscheidung zwischen einem diplomatischen Höflichkeitskontakt und einer formellen Akkreditierung sei entscheidend, um Falschdarstellungen entgegenzutreten. Ghana hatte seine Anerkennung der Polisario-Republik bereits am 6. Januar 2025 offiziell zurückgezogen.
Rückhalt für Marokkos Autonomieplan und UN-Resolution
Über die reine Klarstellung hinaus bekräftigte Accra seine Unterstützung für den von Marokko vorgelegten Autonomieplan als „ernsthafte und glaubwürdige“ politische Lösung des jahrzehntealten Konflikts. Das Ministerium verwies dabei ausdrücklich auf die Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrats vom Oktober 2025, die den Autonomieplan als tragfähige Verhandlungsgrundlage anerkennt, sowie auf die Vermittlungsbemühungen von UN-Generalsekretär und dessen Persönlichem Gesandten Staffan de Mistura, die auf eine „gerechte, dauerhafte und für alle Seiten annehmbare“ politische Lösung hinarbeiten.
Ein Rückschlag mehr für die Polisario
Für die Polisario-Front, die weiterhin die vollständige Unabhängigkeit der Westsahara fordert, reiht sich die ghanaische Klarstellung in eine lange Serie diplomatischer Rückschläge der vergangenen Monate ein. Nach Angaben marokkanischer Diplomaten unterstützen inzwischen mehr als 130 Staaten den Autonomieplan Rabats; allein im September 2026 bekräftigten rund 40 Länder erneut ihre Unterstützung für Marokkos Souveränitätsanspruch über seine südlichen Provinzen. Für Marokko kommt die erneuerte Rückendeckung aus Accra zu einem sensiblen Zeitpunkt: Nur wenige Tage vor der Parlamentswahl am 23. September gilt der internationale Rückhalt in der Sahara-Frage als einer der wenigen außenpolitischen Konsense, auf den sich die politischen Lager im Land verständigen können.
Quellen: Morocco World News, The North Africa Post, Barlaman Today


