Erste Fabrik in Afrika: US-Zulieferer Veritas produziert ab 2027 Autoteile in Tanger

Luftaufnahme des Hafens Tanger Med nahe der neuen Veritas-Fabrik (Symbolbild)
Foto: Adam Cli, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der US-amerikanische Automobilzulieferer Veritas hat sein erstes Werk in Marokko fertiggestellt – zugleich der erste Produktionsstandort des Konzerns auf dem afrikanischen Kontinent. Die neue Fabrik in Tanger soll ab dem dritten Quartal 2027 Bauteile für die Kühlung und das Flüssigkeitsmanagement in Fahrzeugen produzieren, wie das Unternehmen mitteilte.

5.000 Quadratmeter für Kühl- und Klimakomponenten

Die Anlage umfasst eine Gesamtfläche von rund 5.000 Quadratmetern, davon etwa 3.835 Quadratmeter reine Produktionsfläche. Gefertigt werden im Extrusionsverfahren Schläuche und Leitungen aus Gummi, Kunststoff, Aluminium und Stahl für Kühlsysteme, Flüssigkeitsmanagement und Klimatisierung von Fahrzeugen. Es handelt sich laut Veritas um ein sogenanntes Brownfield-Projekt, bei dem eine bereits bestehende Industriehalle für die neue Nutzung umgebaut wurde – das Werk soll voraussichtlich beschleunigt in Betrieb gehen können.

„Die Präsenz in Marokko aufzubauen ist ein wichtiger Schritt in Veritas‘ globaler Wachstumsstrategie“, erklärte Patrick Paige, Präsident und CEO von Veritas. Jawad Miraoui, der die Fabrik als General Manager leitet und über mehr als 18 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche verfügt, bezeichnete die Anlage als „einen wichtigen Meilenstein für Veritas in einer zentralen Wachstumsregion der Automobilindustrie“.

Erste Produktion außerhalb Europas und Nordamerikas

Veritas entstand 2024, als die im US-Bundesstaat Michigan ansässige HDT Automotive Solutions den deutschen Zulieferer Veritas AG übernahm und beide Unternehmen unter der Marke Veritas zusammenführte. Der Konzern betreibt nach eigenen Angaben weltweit 13 Fertigungsstandorte mit mehr als 5.000 Beschäftigten und beliefert unter anderem BMW, Mercedes-Benz, Ford, General Motors, Toyota, Volvo und den Volkswagen-Konzern. Das Werk in Tanger ist damit nicht nur die erste Produktionsstätte des Unternehmens in Afrika, sondern auch das erste Brownfield-Projekt seit dem Zusammenschluss von 2024.

Die Ansiedlung reiht sich in eine Serie internationaler Investitionen in Marokkos Automobilzulieferindustrie ein. Erst in den vergangenen Monaten hatten der US-Konzern Gentex sowie der deutsche Zulieferer Benteler den Bau eigener Werke in Marokko angekündigt beziehungsweise eröffnet. Das Land hat sich dank seiner Nähe zu Europa, leistungsfähiger Hafeninfrastruktur wie Tanger Med sowie Freihandelsabkommen zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte der globalen Automobilindustrie außerhalb Europas und Nordamerikas entwickelt. Neben etablierten Herstellern wie Renault und Stellantis siedeln sich zunehmend auch internationale Zulieferer aus den USA, Deutschland und Asien in der Region Tanger–Tétouan an, um näher an den europäischen Absatzmärkten zu produzieren.

Quellen: Morocco World News, Veritas (Pressemitteilung), Le Desk

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