
Marokko treibt den Ausbau seines Hochgeschwindigkeitsnetzes Al Boraq voran, Afrikas erster Hochgeschwindigkeitsbahnlinie. König Mohammed VI. hatte im April 2025 den Bau einer neuen, 430 Kilometer langen Strecke zwischen Kenitra und Marrakesch gestartet. Die Kosten des Projekts, ohne das rollende Material, werden auf rund 53 Milliarden Dirham – umgerechnet etwa 5,3 Milliarden US-Dollar – beziffert. Eine Fertigstellung wird noch vor Ende des Jahrzehnts angestrebt.
Mit dem Ausbau soll sich die Fahrzeit zwischen Tanger im Norden und Marrakesch im Süden des Landes auf rund zwei Stunden und 40 Minuten verkürzen. Auf der neuen Strecke sollen Geschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde möglich sein. Bislang verkehrt Al Boraq auf der 2018 eröffneten, 186 Kilometer langen Strecke zwischen Tanger und Kenitra mit dieser Höchstgeschwindigkeit, ehe die Züge auf dem bestehenden, langsameren Streckennetz bis nach Rabat und Casablanca weiterfahren.
Die bisherige Strecke wird gut angenommen: Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft ONCF beförderte Al Boraq im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Fahrgäste, ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer durchschnittlichen Auslastung von 66 Prozent. Das US-Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ hatte Al Boraq zuletzt sogar als Vorbild angeführt, während der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in den Vereinigten Staaten ins Stocken geraten sei.
Für Marokko ist der Ausbau des Bahnnetzes auch ein Baustein der Vorbereitungen auf die gemeinsam mit Spanien und Portugal ausgerichtete Fußball-Weltmeisterschaft 2030: Eine schnellere Anbindung zwischen den großen Austragungsstädten Tanger, Rabat, Casablanca und Marrakesch soll dann auch dem erwarteten Besucherandrang zugutekommen.
Quelle: Moroccan World News, Railway Gazette International, Wikipedia

