Arbeitslosigkeit sinkt auf 9,5 Prozent – doch Akademiker bleiben größte Verliererguppe

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Marokkos Arbeitslosenquote ist im zweiten Quartal 2026 auf 9,5 Prozent gesunken – ein Rückgang um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Das geht aus neuen Zahlen des Statistikamts HCP (Haut-Commissariat au Plan) hervor, die auf der neuen Erhebungsmethodik EMO2026 basieren.

Dienstleistungssektor als wichtigster Jobmotor

Haupttreiber der Verbesserung war der Dienstleistungssektor, der zwischen dem ersten und zweiten Quartal 166.000 neue Stellen schuf und mit 5,251 Millionen Beschäftigten – rund 49,3 Prozent aller Erwerbstätigen – weiterhin der mit Abstand größte Arbeitgeber des Landes bleibt.

Deutliche Unterschiede zwischen Gruppen bleiben bestehen

Trotz der positiven Gesamtentwicklung zeigen die Daten anhaltende strukturelle Ungleichheiten: Bei Frauen liegt die Arbeitslosenquote mit 14,8 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Männern (8,1 Prozent). Junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind mit 27,2 Prozent besonders betroffen. Auffällig ist zudem, dass ausgerechnet Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit 16,7 Prozent die höchste Arbeitslosenquote unter allen Bildungsgruppen aufweisen – höher als bei mittlerer Qualifikation (16 Prozent) und deutlich höher als bei grundlegender Bildung (11,4 Prozent).

Sinkende Quote, aber strukturelle Baustellen bleiben

Die sinkende Gesamtquote ist zweifellos eine positive Nachricht für Marokkos Arbeitsmarkt. Sie deckt sich jedoch mit den Kernaussagen eines aktuellen Weltbank-Berichts, wonach insbesondere Hochschulabsolventinnen und -absolventen strukturelle Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben – ein Befund, der durch die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit gerade in dieser Gruppe zusätzlich untermauert wird. Für die Wirtschaftspolitik bleibt damit die Herausforderung bestehen, Bildungssystem und tatsächliche Arbeitsmarktnachfrage besser aufeinander abzustimmen, während der allgemeine Beschäftigungstrend in die richtige Richtung zeigt.

Quellen: Hespress English

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