340.000 fehlende Wohnungen: Warum sich Marokkos Mittelschicht kaum noch Wohneigentum leisten kann

Foto: Sharon Hahn Darlin, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Für immer mehr Angehörige der marokkanischen Mittelschicht rückt der Traum vom Eigenheim in weite Ferne: Steigende Nachfrage nach Mietwohnungen deutet darauf hin, dass Familien zunehmend aus dem Wohneigentumsmarkt verdrängt werden – auch wenn die offiziellen Immobilienpreise auf den ersten Blick moderat wirken.

Preise wirken stabil, doch der Zugang wird enger

Auf dem Papier zeigt sich der Markt 2026 vergleichsweise ruhig: Die offiziellen Wohnimmobilienpreise stiegen 2025 landesweit nur um 0,8 Prozent, real bewegen sich die Preise damit nahezu seitwärts. Die meisten Standardimmobilien kosten zwischen 500.000 und 4 Millionen Dirham, abhängig vor allem von Stadt, Größe und Lage. Trotz dieser scheinbaren Stabilität berichten Maklerinnen und Makler von wachsender Nachfrage nach langfristigen Mietverhältnissen – ein Indiz dafür, dass viele Haushalte den Sprung zum Eigentum trotz moderater Preisentwicklung nicht mehr schaffen.

340.000 fehlende Wohneinheiten

Ein zentrales strukturelles Problem bleibt der anhaltende Wohnungsmangel: Landesweit fehlen nach aktuellem Stand rund 340.000 Wohneinheiten. Zwar bleiben Wohnungen für die Mittelschicht die vergleichsweise zugänglichste und liquideste Immobilienart, und Hypothekenzinsen von rund 5 Prozent gelten im historischen Vergleich als moderat. Auch staatlich geförderte Programme mit vergünstigten Zinssätzen und erleichterten Kreditvergabekriterien für berechtigte Käuferinnen und Käufer sollen den Zugang erleichtern.

Förderprogramme allein lösen das Grundproblem nicht

Dennoch zeigt sich: Solange das Angebot an neuem Wohnraum nicht mit der Nachfrage Schritt hält, dürften staatliche Förderprogramme allein den strukturellen Druck auf den Markt kaum auffangen können. Für viele Haushalte der Mittelschicht bedeutet das in der Praxis, dass langfristiges Mieten trotz vergleichsweise stabiler Preise zur realistischeren Option wird als der Erwerb von Wohneigentum – eine Entwicklung, die mittelfristig auch wohnungspolitische Konsequenzen für die Städte des Landes haben dürfte.

Quellen: Sands of Wealth

Nach oben scrollen