
Der marokkanische Arbeitgeberverband CGEM zeigt sich zuversichtlich, dass ein neuer US-Zoll die marokkanischen Exporte in die Vereinigten Staaten nicht ernsthaft aus der Bahn werfen wird – trotz spürbar gestiegener Zollsätze im laufenden Jahr.

Durchschnittszoll bereits auf über 10 Prozent gestiegen
In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 lag der durchschnittliche Zollsatz auf marokkanische Waren bei 9,9 Prozent und stieg im Februar auf 10,1 Prozent – ein Anstieg um 7,4 Prozentpunkte gegenüber demselben Monat 2024. Im Unterschied zu Ländern wie China, Kanada oder der EU ist Marokko den steilen, vergeltungsartigen Zollerhöhungen bislang jedoch entgangen.
Textilien und Automobilzulieferer besonders im Blick
Am stärksten betroffen von möglichen weiteren Zollverschärfungen wären laut Einschätzung von Branchenbeobachtern die Sektoren Textil und Bekleidung, Automobilzulieferer, Phosphate und Chemikalien sowie Agrar- und Lebensmittelexporte. Bei US-Importen aus Marokko im Umfang von rund 1,9 Milliarden Dollar im Jahr 2025 könnte ein möglicher zusätzlicher Aufschlag von 12,5 Prozent theoretisch rund 240 Millionen Dollar an zusätzlichen jährlichen Zöllen bedeuten.
Freihandelsabkommen als Verhandlungsgrundlage
Ein möglicher Ausweg zeichnet sich über das bestehende Freihandelsabkommen zwischen den USA und Marokko ab: Sollte Rabat ein explizites Gesetz gegen Zwangsarbeit in Importketten mit entsprechenden Zollvollzugsbefugnissen verabschieden, könnte dies als Verhandlungsgrundlage dienen, um bei der US-Handelsbehörde USTR eine Neueinstufung oder vollständige Ausnahme zu erwirken. Die CGEM setzt darauf, dass sich Marokkos bestehende privilegierte Handelsbeziehung zu den USA – anders als bei Ländern ohne Freihandelsabkommen – auch unter der aktuellen US-Zollpolitik als belastbar erweist.
Quellen: Hespress English, Rio Times


