
Kolumbien hat seine Position im Westsahara-Konflikt grundlegend geändert und erkennt künftig offiziell die marokkanische Souveränität über das Gebiet an. Die Ankündigung erfolgte am vergangenen Freitag im kolumbianischen Cali anlässlich der Amtseinführung des neuen Präsidenten Abelardo de la Espriella, wie marokkanische Regierungsvertreter mitteilten.
Bruch mit der bisherigen Linie Bogotás
Bei einem Treffen zwischen dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita und dem kolumbianischen Vizepräsidenten José Manuel Restrepo, an dem auch Kolumbiens Außenministerin Rosa Yolanda Villavicencio Mapura teilnahm, erklärte Villavicencio, ihr Land „erkennt die Souveränität Marokkos über seine Sahara an“ – ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Linie. Die Vorgängerregierung unter Gustavo Petro hatte 2022 die Beziehungen zur selbsternannten „Demokratischen Arabischen Republik Sahara“ wiederhergestellt und im November 2025 sogar uneingeschränkte Unterstützung für die Selbstbestimmung der Sahrauis zugesagt.
Bourita spricht von „historischer“ Entscheidung
Außenminister Bourita, der im Auftrag von König Mohammed VI. an der Amtseinführung teilnahm, bezeichnete den kolumbianischen Kurswechsel als „historisch“. Die Entscheidung werde den bilateralen Beziehungen „einen starken Schub“ verleihen, so Bourita. Vizepräsident Restrepo sprach seinerseits von einem „neuen Anfang“ und nannte das Königreich Marokko „Kolumbiens wichtigsten Verbündeten in Afrika“. Er bekundete zudem den Wunsch seines Landes nach einer strategischen Partnerschaft mit Rabat. Bourita betonte, Marokko und Kolumbien könnten künftig wechselseitig als wirtschaftliche Tore fungieren – gestützt auf ihre strategischen Lagen in Afrika beziehungsweise Lateinamerika –, um Handel und Investitionen auszubauen.
Teil einer Serie diplomatischer Erfolge
Für Marokko reiht sich die Entscheidung Bogotás in eine Serie diplomatischer Erfolge der vergangenen Wochen ein: Erst Ende Juli hatte US-Präsident Donald Trump in einer Botschaft an König Mohammed VI. die amerikanische Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Sahara bekräftigt, zuvor hatten auch Mali und Benin ihre Unterstützung für Rabats Position erneuert. Für die Polisario-Front, die weiterhin die Unabhängigkeit der Westsahara fordert, ist der Positionswechsel Kolumbiens ein weiterer diplomatischer Rückschlag in einem Konflikt, der seit den 1970er-Jahren ungelöst ist.
Quellen: Hespress English, Rio Times


