
Marokko wirbt bei seinen afrikanischen Partnern für eine engere Zusammenarbeit in der Cybersicherheit. Bei einem Workshop zur Cyber-Diplomatie in Rabat forderte die marokkanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (AMCI) einen „sicheren, widerstandsfähigen und souveränen“ digitalen Raum für den Kontinent. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Morocco Cyber Security Week statt, die vom 12. bis 14. Oktober lief.
Diplomaten als Zielgruppe
Organisiert wurde der Workshop gemeinsam von der AMCI und der Generaldirektion für die Sicherheit der Informationssysteme (DGSSI). Eingeladen waren die in Marokko akkreditierten Botschafter afrikanischer Staaten. Ziel war es, Diplomaten für neue Cyber-Herausforderungen zu sensibilisieren und Erfahrungen zur digitalen Souveränität auszutauschen.
Auf dem Programm standen unter anderem Cyber-Diplomatie und internationale Beziehungen, geopolitische Folgen von Cyberbedrohungen, internationale Sicherheitsstandards, Daten-Governance, das Management von Cyberkrisen sowie diplomatische Reaktionen auf Cybervorfälle.
„Eine Frage nationaler Souveränität“
AMCI-Generaldirektor Mohamed Methqal, im Rang eines Botschafters, betonte die Bedeutung der Süd-Süd-Kooperation unter König Mohammed VI. Sie gelte als Hebel, um die nachhaltige Entwicklung Afrikas zu beschleunigen. „Cybersicherheit ist heute zu einem zentralen Thema nationaler Souveränität, wirtschaftlicher Stabilität und Entwicklung geworden“, sagte Methqal. Er sprach sich dafür aus, afrikanische Kompetenzen aufzubauen und Initiativen der Süd-Süd- und Dreieckskooperation voranzubringen.
Die anwesenden Botschafter begrüßten die Initiative nach Angaben marokkanischer Medien. Sie verwiesen auf den Wert des Erfahrungsaustauschs und prüften Wege, die Zusammenarbeit bei Cybersicherheit und digitaler Souveränität zu vertiefen.
Expertise als Exportgut
Wie es weiter heißt, arbeiten AMCI und DGSSI daran, marokkanisches Fachwissen mit Partnerländern zu teilen. Geplant sind Ausbildungsprogramme sowie der Aufbau professioneller Netzwerke, damit Partnerländer ihre Fähigkeiten im Bereich Cybersicherheit stärken können. Konkrete Zahlen, Budgets oder Zeitpläne nannten die Veranstalter nicht.
Der Vorstoß passt zur Linie, die Marokko zuletzt auch politisch betont hat: Digitale Souveränität und Künstliche Intelligenz gelten als strategische Themen, die König Mohammed VI. bei der Parlamentseröffnung angesprochen hatte. Mit dem Angebot an afrikanische Staaten positioniert sich Rabat zugleich als Anbieter von Know-how im Süd-Süd-Verbund – ein Muster, das auch in anderen Bereichen wie Landwirtschaft oder Finanzwesen zu beobachten ist.
Quellen: Morocco World News, TBS News


