
Ein Drohnenflug an der marokkanisch-spanischen Grenze sorgt für neue Irritationen zwischen Rabat und Madrid: Nach spanischen Medienberichten hat eine marokkanische Überwachungsdrohne im Anflug auf Melilla die Landung eines Iberia-Fluges gestört. Die Regierungsdelegation in Melilla bat Marokko daraufhin, die Flughöhe der Drohnen im Grenzgebiet zu überprüfen.
Was in Melilla passiert ist
Der Vorfall ereignete sich in der vergangenen Woche. Laut Morocco World News und der spanischen Zeitung El Español flog die Drohne im Luftraum nahe dem Flughafen und beeinträchtigte den Landeanflug einer Iberia-Maschine. Die Flugsicherung im Tower des Flughafens meldete die Beobachtung der Guardia Civil. Die Landung verzögerte sich, Flugausfälle oder eine Sperrung des Luftraums gab es nach Angaben des Flughafenbetreibers Aena jedoch nicht.
Nach Darstellung von El Español war die Drohne ungewöhnlich tief unterwegs, während sie die Grenze überwachte. Hintergrund seien Aufrufe in sozialen Netzwerken zu einem Massenübertritt gewesen, auf die Marokko mit verstärkter Grenzüberwachung reagiert habe. Offizielle Angaben aus Rabat zu dem Vorfall liegen nach den vorliegenden Berichten nicht vor.
Sorge um die Flugverbindungen
Miguel Marín, Vizepräsident und Tourismusrat der Stadt Melilla, äußerte Sorge, dass solche Situationen die Flugverbindungen der Enklave zusätzlich belasten könnten. Der Flughafen kämpft ohnehin mit Einschränkungen: Als häufigste Ursache für Störungen im Flugbetrieb gelten tiefe Wolken. Zusätzliche Komplikationen im umliegenden Luftraum verschärfen die Lage, wie spanische Behörden betonen.
Melilla ist stark auf den Luftverkehr angewiesen, weil der Flughafen neben der Fähre die wichtigste Verbindung zum spanischen Festland ist. Jede Verspätung hat dadurch spürbare Folgen für Reisende, Wirtschaft und Verwaltung.
Drohnen als neues Spannungsfeld
Bereits am 9. September hatten spanische Behörden nahe Ceuta eine Drohne registriert, als Nationalpolizei-Direktor Francisco Pardo und Guardia-Civil-Direktorin Mercedes González die Stadt besuchten. Das Gerät soll nach Angaben von Morocco World News mit Ausrüstung ausgestattet gewesen sein, die elektronische Störsysteme umgehen kann. Wer die Drohne steuerte, blieb unklar.
Beide Zwischenfälle fallen in eine Phase erhöhter Spannungen um Ceuta und Melilla. Sowohl spanische Sicherheitskräfte als auch marokkanische Behörden setzen Drohnen zur Grenzüberwachung ein. Der Vorfall zeigt, wie eng Grenzsicherung, zivile Luftfahrt und Diplomatie inzwischen miteinander verzahnt sind. Ob sich Rabat und Madrid auf gemeinsame Regeln für Flughöhen im Grenzraum verständigen, ist bislang offen.
Quellen: Morocco World News, El Español


