
Der marokkanisch-niederländische Kickboxer Badr Hari ist am Dienstag in Amsterdam erneut festgenommen worden – diesmal wegen des Verdachts auf Bedrohung und Beleidigung. Wie sein Anwalt gegenüber dem niederländischen Nachrichtenportal NU.nl bestätigte, nahm die Polizei den 41-Jährigen gegen 9 Uhr morgens auf der Van Leijenberghlaan in Amsterdam fest. Der in Marokko wie in den Niederlanden gleichermaßen bekannte Sportler sorgt mit dem Vorfall erneut für Schlagzeilen in beiden Ländern.
Details zum Vorfall bislang unklar
Weder die Polizei noch Haris Anwalt Jim Polat äußerten sich zu den konkreten Umständen der mutmaßlichen Tat. Auch zum aktuellen Stand des Verfahrens gibt es bislang keine offiziellen Angaben: Unklar ist, ob der ehemalige Weltmeister im Kickboxen inzwischen wieder auf freiem Fuß ist oder sich weiterhin in Gewahrsam befindet. Eine formelle Anklage wurde nach bisherigem Kenntnisstand noch nicht bekanntgegeben. Es ist bereits die zweite Festnahme Haris innerhalb weniger Jahre, bei der die konkreten Vorwürfe zunächst im Dunkeln bleiben.
Lange Liste vorheriger Vorfälle
Es ist nicht die erste Konfrontation Haris mit der niederländischen Justiz. Bereits 2012 verletzte er den Geschäftsmann Koen Everink bei einer Veranstaltung in der Amsterdam ArenA so schwer, dass dieser bleibende Schäden davontrug – ein Fall, der ihm später eine Haftstrafe einbrachte, die der Oberste Gerichtshof der Niederlande 2017 letztinstanzlich bestätigte. Auch aus den Amsterdamer Nachtclubs Jimmy Woo und Club Air sind frühere Gewaltvorfälle mit Haris Beteiligung dokumentiert. Erst im Februar 2025 wurde er wegen eines tätlichen Angriffs auf seine frühere Partnerin zu Sozialstunden, einer Geldstrafe und einem Kontaktverbot verurteilt; nach seiner Freilassung hatte er damals öffentlich „tiefes Bedauern“ über sein Verhalten geäußert.
Karriere überschattet von Rechtsstreitigkeiten
Hari, geboren in Amsterdam als Sohn marokkanischer Eltern, gehörte in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren zu den dominantesten Kämpfern im Kickboxen: 2007 wurde er K-1-Weltmeister im Schwergewicht, 2009 sicherte er sich zusätzlich den Titel des Verbands It’s Showtime. Bei der Organisation Glory, für die er seit 2016 kämpft, blieb ihm der ganz große Titelgewinn dagegen bislang verwehrt – zweimal unterlag er dort dem niederländischen Dauerrivalen Rico Verhoeven um die Schwergewichtskrone. Seine sportliche Karriere wird seit Jahren immer wieder von Gerichtsverfahren und Negativschlagzeilen überlagert, woran sich mit der aktuellen Festnahme wenig ändern dürfte. Ob sie Konsequenzen für mögliche anstehende öffentliche Auftritte oder Kämpfe hat, ist bislang offen.


