Erneut Schwede mit Interpol-Fahndung: Polizei nimmt 31-Jährigen in Agadir fest

Interpol-Hauptsitz in Lyon, Frankreich (Symbolbild)
Foto: Jean-Marc Brivet, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Sicherheitsbehörden haben erneut einen international gesuchten schwedischen Staatsbürger festgenommen. Ein 31-Jähriger wurde am Freitag in Agadir von Beamten der Provinzialen Kriminalpolizei gemeinsam mit der Generaldirektion für territoriale Überwachung (DGST) verhaftet, nachdem eine Routine-Identitätskontrolle einen internationalen Haftbefehl sowie eine Interpol-Red-Notice der schwedischen Justizbehörden zutage förderte.

Verdacht auf versuchten Mord

Nach Angaben der marokkanischen Generaldirektion für nationale Sicherheit (DGSN) wird dem Mann vorgeworfen, an einem „Fall von versuchtem vorsätzlichem Mord“ beteiligt gewesen zu sein. Zu den genauen Umständen der mutmaßlichen Tat in Schweden machten die Behörden keine Angaben – der Bericht konzentriert sich auf die Festnahme selbst sowie das eingeleitete Verfahren. Auf Anweisung der zuständigen Staatsanwaltschaft wurde der Verdächtige unmittelbar nach seiner Festnahme einem Auslieferungsverfahren unterstellt.

Rabat informiert Stockholm

Das marokkanische Zentralbüro von Interpol in Rabat hat sein schwedisches Gegenstück offiziell über die Festnahme in Kenntnis gesetzt und damit den formalen Auslieferungsprozess in Gang gesetzt. Marokkanische Sicherheitsbehörden werteten den Fall als Beleg für die „internationale Sicherheitskooperation des Landes, insbesondere bei der Verfolgung von Personen, die international wegen grenzüberschreitender Kriminalität gesucht werden“.

Zweiter Fall binnen zehn Tagen

Es ist bereits der zweite Fall dieser Art innerhalb weniger Tage: Erst am 16. September hatten Ermittler in Tanger einen 22 Jahre alten Schweden festgenommen, der ebenfalls per Interpol-Red-Notice wegen versuchten Mordes gesucht wurde und sich seither in einem ähnlichen Auslieferungsverfahren befindet. Beobachter werten die Häufung als Hinweis darauf, dass Marokko zunehmend ins Visier europäischer Kriminalitätsbekämpfung rückt – gerade im Zusammenhang mit schwedischen Bandenkonflikten, die in den vergangenen Jahren wiederholt junge Verdächtige ins Ausland getrieben haben. Ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht bekannt.

Wie es für den 31-Jährigen nun weitergeht, hängt vom Fortgang des Auslieferungsverfahrens ab. Üblicherweise prüfen marokkanische Gerichte zunächst die Rechtmäßigkeit des Ersuchens, bevor über eine Überstellung an Schweden entschieden wird – ein Prozess, der je nach Fall Wochen bis Monate dauern kann.

Quellen: Morocco World News, Hespress English

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