
Marokko hat im aktuellen Reiseziel-Ranking des Weltwirtschaftsforums (WEF) einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Im am 27. September 2026 veröffentlichten „Travel & Tourism Development Index“ (TTDI) 2026 klettert das Königreich von Platz 77 auf Platz 70 von insgesamt 110 untersuchten Volkswirtschaften. Der Punktwert stieg dabei um 5,5 Prozent gegenüber der neu berechneten Ausgabe von 2024 – mehr als doppelt so stark wie der globale Durchschnitt von 2,1 Prozent.
Mit diesem Tempo zählt Marokko laut WEF zu den zehn Volkswirtschaften weltweit, die sich im Zweijahresvergleich am schnellsten verbessert haben. In dieser Gruppe befinden sich unter anderem auch Albanien, Vietnam, Katar, Malaysia und Thailand – Länder, die wie Marokko in den vergangenen Jahren gezielt in ihre Tourismusinfrastruktur investiert haben.
Kultur, Infrastruktur und Nachhaltigkeit als Treiber
Der TTDI bewertet Volkswirtschaften anhand von 17 Einzelindikatoren, darunter Luftanbindung, touristische Infrastruktur, kulturelle und natürliche Ressourcen, digitale Bereitschaft, Preiswettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit. Für Marokkos Aufstieg nennt das WEF insbesondere Fortschritte bei den kulturellen Ressourcen, bei touristischen Dienstleistungen und der Infrastruktur sowie bei der Nachhaltigkeit der Nachfrage als ausschlaggebend.
Damit reiht sich die Entwicklung in eine Reihe positiver Tourismusmeldungen der vergangenen Monate ein: Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2026 hatte das Land Rekordwerte bei Besucherzahlen und Einnahmen gemeldet. Die neue WEF-Platzierung bestätigt nun aus unabhängiger Perspektive, dass sich diese Dynamik auch strukturell – also über reine Ankunftszahlen hinaus – in einer verbesserten touristischen Wettbewerbsfähigkeit niederschlägt.
Nordafrika und Nahost mit zweitstärkstem Zuwachs weltweit
Auch regional betrachtet zeigt der Index eine positive Tendenz: Die Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) verzeichnete mit einem durchschnittlichen Anstieg von 2,5 Prozent zwischen 2024 und 2026 den zweitstärksten Zuwachs aller Weltregionen. Insgesamt verbesserten 92 Prozent der 110 im Index erfassten Volkswirtschaften ihre Punktzahl gegenüber der Vorausgabe – ein Hinweis darauf, dass der globale Tourismussektor sich insgesamt von den Krisenjahren erholt hat.
Angeführt wird das weltweite Ranking 2026 unverändert von etablierten Reisenationen: Japan liegt auf Platz eins, gefolgt von den USA, Spanien, Australien und Frankreich. Deutschland, Großbritannien, China, die Schweiz und Italien komplettieren die Top Zehn. Trotz des Sprungs um sieben Plätze bleibt der Abstand Marokkos zu den Spitzenreitern also weiterhin beträchtlich – der Trend zeigt jedoch klar nach oben.
Für die marokkanische Tourismusbranche, die sich auch auf die gemeinsam mit Spanien und Portugal ausgerichtete Fußball-Weltmeisterschaft 2030 vorbereitet, dürfte die verbesserte Platzierung ein zusätzliches Argument im internationalen Wettbewerb um Investitionen und Besucherströme sein.
Quellen: Hespress English, World Economic Forum, Zurich Insurance


