Erste US-Phosphatfabrik seit 1984: OCP und CHS bauen Düngerwerk in Louisiana

Förderanlage im OCP-Phosphatabbau in Benguerir, Marokko
Foto: Solox44, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der marokkanische Phosphatkonzern OCP baut über seine nordamerikanische Tochter OCP North America gemeinsam mit der US-Agrargenossenschaft CHS Inc. die erste Phosphat-Düngemittelfabrik in den Vereinigten Staaten seit 1984. Wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten, soll die Anlage im Cornerstone Energy Park in Waggaman im US-Bundesstaat Louisiana entstehen, einem rund 320 Hektar großen Industriegelände. Das Investitionsvolumen wird mit bis zu 450 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 4,5 Milliarden Dirham) beziffert.

Über eine Million Tonnen Dünger pro Jahr

Die geplante Fabrik soll nach Fertigstellung mehr als eine Million Tonnen phosphathaltigen Düngers jährlich produzieren. Der Bau soll, vorbehaltlich noch ausstehender Genehmigungen und der endgültigen Finanzierung, bis zu 24 Monate dauern. Nach Angaben der Partner sollen rund 60 Dauerarbeitsplätze in der Gemeinde Jefferson Parish sowie zusätzlich etwa 500 Jobs während der Bauphase entstehen; unter Einbeziehung von Zulieferern und Dienstleistungen gehen die Unternehmen von insgesamt bis zu 924 direkt und indirekt geschaffenen Stellen aus. CHS hat zudem eine Förderung aus dem USDA-Programm FIELDS beantragt, das den Ausbau heimischer Düngemittelkapazitäten in den USA unterstützen soll.

Strategischer Schritt gegen US-Importabhängigkeit

Die USA decken derzeit rund 40 Prozent ihres Bedarfs an phosphathaltigem Dünger durch Importe. Nach Darstellung der Projektpartner könnte die neue Anlage in Louisiana diese Importabhängigkeit um mehr als 48 Prozent verringern. „Dies ist ein aufregender Moment für die amerikanische Landwirtschaft. Gemeinsam mit OCP North America haben wir die Chance, die erste Phosphat-Düngemittelfabrik in den USA seit mehr als 40 Jahren zu bauen“, erklärte CHS-Präsident und -Geschäftsführer Jay Debertin. OCP-North-America-Chef Kevin Kimm bezeichnete das Vorhaben als „wichtigen Schritt“ zur Stärkung der amerikanischen Ernährungssicherheit.

OCP baut US-Geschäft konsequent aus

Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von Schritten ein, mit denen der weltgrößte Phosphatexporteur seine Präsenz auf dem US-Markt ausbaut. Erst am 17. August hatte OCP eine Lieferung von 54.000 Tonnen Triple-Superphosphat (TSP) im Hafen von New Orleans angelandet, nachdem der Marktzugang zuvor jahrelang eingeschränkt gewesen war. TSP macht inzwischen rund 65 Prozent der OCP-Verkäufe aus, verglichen mit etwa 30 Prozent vor der globalen Schwefelkrise der vergangenen Jahre. Mit dem Werk in Louisiana würde OCP erstmals direkt in den USA produzieren, statt Rohstoffe und Fertigprodukte ausschließlich aus Marokko zu exportieren – ein Schritt, der die engere wirtschaftliche Verflechtung zwischen Rabat und Washington in der Landwirtschaftsversorgung unterstreicht.

Quellen: CHS Inc., Morocco World News

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