Marokko und Spanien beraten über Rückführung minderjähriger Ceuta-Migranten

Foto: NASA/Tim Kopra, Lizenz Public Domain, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko und Spanien haben Gespräche über den Umgang mit der Migrationskrise nach den jüngsten Ereignissen in Ceuta aufgenommen. Im Zentrum der Konsultationen zwischen den Justizministerien beider Länder steht insbesondere die Frage der marokkanischen Minderjährigen, die während des Massenandrangs Anfang August in die spanische Exklave gelangt waren.

Gemeinsamer Ansatz für minderjährige Betroffene

Die Gespräche zwischen den marokkanischen und spanischen Justizministern zielen auf einen koordinierten Ansatz für die in Ceuta befindlichen marokkanischen Minderjährigen ab – einschließlich Mechanismen zur Identitätsprüfung und zur erleichterten Rückführung zu ihren Familien. Damit knüpfen die Gespräche an die zuvor von Rabat formulierte Bedingung an, wonach eine Rücknahme nur erfolgen könne, wenn Spanien die bislang bestehenden justiziellen und administrativen Hürden abbaut.

Auch der Kampf gegen Schleusernetzwerke im Fokus

Über die unmittelbare Minderjährigenfrage hinaus wollen beide Länder auch die rechtliche und institutionelle Zusammenarbeit im Kampf gegen Menschenhandelsnetzwerke stärken, die gezielt Jugendliche auf dem Weg nach Europa ausbeuten. Die Krise hatte Anfang August ihren Höhepunkt erreicht, als nach übereinstimmenden Berichten zwischen 60.000 und mehr als 70.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta gelangten – die bislang größte Migrationsbewegung dieser Art in der Geschichte der Exklave, bei der mindestens 57 Menschen ums Leben kamen.

Bewährungsprobe für ein milliardenschweres Abkommen

Die Krise gilt inzwischen als ernsthafte Belastungsprobe für ein zuvor geschlossenes Migrationsabkommen zwischen Spanien und Marokko im Umfang von umgerechnet rund 6 Milliarden US-Dollar, das den irregulären Grenzübertritt eigentlich eindämmen sollte. Ob die aktuellen Gespräche zwischen den Justizministerien zu einem tragfähigen, dauerhaften Verfahren für die Rückführung minderjähriger Migranten führen, dürfte in den kommenden Wochen ein wichtiger Indikator dafür sein, wie belastbar die bilaterale Zusammenarbeit in der Migrationsfrage tatsächlich ist.

Quellen: Hespress English

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