Marokko wird Ausweichspielort für neun afrikanische Nationalteams in der Afrika-Cup-Qualifikation

Moulay-Abdellah-Stadion in Rabat während eines Länderspiels
Foto: Reda benkhadra, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko übernimmt in der laufenden Qualifikation zum Afrika-Cup 2027 eine ungewöhnliche Zusatzrolle: Weil mehrere afrikanische Nationalteams nicht über von der CAF zugelassene Stadien in ihren Heimatländern verfügen, sollen sie ihre Heimspiele stattdessen in Marokko austragen. Betroffen sind laut übereinstimmenden Berichten neun Verbände.

Neun Teams ohne CAF-taugliche Stadien

Der Niger, Lesotho, die Zentralafrikanische Republik, Liberia, Benin, Togo, Guinea, Madagaskar und Somalia sollen ihre Heimspiele während des Länderspielfensters im September in Marokko austragen, weil die vorgesehenen Stadien in ihren eigenen Ländern die technischen und infrastrukturellen Vorgaben des afrikanischen Fußballverbands CAF nicht erfüllen. Ein Teil der Mannschaften – darunter die Zentralafrikanische Republik, Guinea, Madagaskar, der Niger, Lesotho und Togo – soll nach bisherigem Stand auch im März erneut auf marokkanische Stadien ausweichen. Welche Städte und Arenen konkret als Austragungsorte vorgesehen sind, ist bislang nicht abschließend bekannt.

Marokko als etablierter Ersatzstandort

Für Marokko ist die Rolle als Ausweichgastgeber kein Einzelfall: Das Land hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt als Alternativstandort für afrikanische Nationalteams etabliert, die zu Hause keine internationalen Pflichtspiele austragen können. Möglich wird das durch mehrere marokkanische Stadien, die bereits die Anforderungen der CAF für kontinentale Wettbewerbe erfüllen – etwa das Prinz-Moulay-Abdellah-Stadion in Rabat, in dem zuletzt unter anderem WM-Qualifikationsspiele der marokkanischen Nationalmannschaft und Leichtathletik-Meetings der Diamond League ausgetragen wurden. Grundlage ist die umfangreiche Investition des Landes in seine Sportinfrastruktur im Vorfeld von Großereignissen wie dem Afrika-Cup der Frauen 2026, dem Afrika-Cup der Männer und der gemeinsam mit Spanien und Portugal ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft 2030.

Zusätzliche Belastung für Kalender und Infrastruktur

Die Ausweichspiele bedeuten für die marokkanischen Behörden und Stadionbetreiber einen dichteren Terminkalender neben den eigenen Länderspielen und dem heimischen Ligabetrieb. Gleichzeitig unterstreicht die Entwicklung den wachsenden Rückstand vieler afrikanischer Verbände beim Ausbau CAF-tauglicher Spielstätten – ein Thema, das angesichts der zunehmenden Zahl kontinentaler und interkontinentaler Turniere auf dem afrikanischen Kontinent an Bedeutung gewinnt. Für die betroffenen Nationalteams bedeutet die Regelung vor allem eines: Sie bestreiten ihre vermeintlichen Heimspiele fernab der eigenen Fans und vor überwiegend neutralem Publikum, während Marokko seine Position als sportliche Drehscheibe Afrikas weiter festigt.

Quellen: Barlaman Today, Hespress English

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