
Nach dem tödlichen Massenansturm auf Ceuta Ende Juli haben sich Meta und TikTok gegenüber der EU verpflichtet, Inhalte rund um Grenzübertritte nach Spanien künftig aktiv faktenzuchecken. Das teilte die zuständige EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen mit.
Eigener Eskalationsmechanismus mit Faktenprüfern
Konkret einigten sich die Plattformen mit der EU auf einen „Ad-hoc-Eskalations- und Kooperationsmechanismus“ mit unabhängigen Faktenprüfern, der Teil der EU-Krisenprotokolle wird. Dieser soll Plattformen, europäischen Behörden und Faktencheck-Organisationen einen direkten Kanal bieten, um potenziell schädliche oder irreführende Inhalte rund um Grenzübertritte schnell zu identifizieren und einzuordnen.
Virale Videos als Mobilisierungsfaktor
Hintergrund der Vereinbarung ist die Rolle, die viral verbreitete Videos beim Massenansturm Ende Juli gespielt haben sollen: Mehr als 70.000 Menschen versuchten am 30. Juli innerhalb kurzer Zeit, von Marokko aus nach Ceuta zu gelangen, nahezu 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Ermittler und Behörden gehen davon aus, dass einzelne viral gegangene Clips – darunter auch von einem spanischen Nachrichtenmedium veröffentlichtes Material, das eigentlich auf die Belastung durch Migration hinweisen sollte – ungewollt zur Mobilisierung beigetragen haben könnten.
Tägliche Abstimmung mit Europol
Nach Angaben der EU-Kommission stehen die Behörde und die europäische Polizeibehörde Europol inzwischen im täglichen Austausch mit den beiden Plattformbetreibern, um die Lage rund um mögliche neue Mobilisierungsversuche zu beobachten. Die Vereinbarung zielt darauf ab, falsche oder irreführende Informationen einzudämmen, die Migrantinnen und Migranten zu gefährlichen Grenzübertritten ermutigen könnten – ein Ansatz, der angesichts der Warnungen mehrerer marokkanischer Institutionen vor genau dieser Dynamik auch in Rabat auf Interesse stoßen dürfte.
Quellen: Morocco World News


