„Nur der Vorwurf der Bedrohung bleibt“: Badr Hari nach Festnahme in Amsterdam wieder frei

Kickboxer Badr Hari bei einem Wiegen vor einem Glory-Kampf (Archivbild)
Foto: Paulblank, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der marokkanisch-niederländische Kickboxer Badr Hari ist nach seiner Festnahme in Amsterdam vor wenigen Tagen wieder auf freiem Fuß. Ein Ermittlungsrichter hob die Untersuchungshaft des 41-Jährigen auf, nachdem sich mehrere der ursprünglichen Vorwürfe nicht erhärten ließen. Wie sein Anwalt Cem Polat mitteilte, bleibt von der ursprünglichen Anklage nur noch der Vorwurf der verbalen Bedrohung übrig – Hari darf die Verhandlung seines Falls in Freiheit abwarten.

Ermittlungsrichter lässt Großteil der Vorwürfe fallen

Hari war am vergangenen Dienstag gegen 9 Uhr morgens im Amsterdamer Stadtteil Buitenveldert festgenommen worden – der Polizei zufolge zunächst wegen des Verdachts auf Bedrohung, Beleidigung, Nötigung und der unerlaubten Weitergabe persönlicher Daten seiner Ex-Partnerin. Nach Prüfung durch den Ermittlungsrichter blieben davon nur die Vorwürfe der Bedrohung bestehen. „Es gibt keinen Beweis für Belästigung oder Beleidigung. Der Richter fand keine Anhaltspunkte für eine Datenweitergabe oder Nötigung. Mein Mandant wurde ausschließlich wegen des Vorwurfs der verbalen Bedrohung gegen Kaution freigelassen“, erklärte Polat gegenüber Medien. Ein Termin für die Gerichtsverhandlung steht bislang nicht fest.

Hari spricht von Erziehungsstreit nach der Trennung

Hari selbst wies die Vorwürfe über seinen Anwalt entschieden zurück und betonte ausdrücklich, dass ihm keine körperliche Gewalt zur Last gelegt werde. Hintergrund des Vorfalls sollen Meinungsverschiedenheiten über die Erziehung seiner fünf gemeinsamen Kinder mit seiner Ex-Partnerin sein, die sich nach der Trennung des Paares zugespitzt hätten. Zu weiteren Details wollte sich der Kickboxer nicht äußern – „aus Respekt vor seinen Kindern, ihrer Mutter und der Integrität des Verfahrens“, wie es in seiner über den Anwalt verbreiteten Erklärung hieß.

Vorstrafenregister überschattet die Karriere

Es ist nicht die erste juristische Auseinandersetzung des ehemaligen K-1-Weltmeisters mit derselben Ex-Partnerin: Erst im Februar 2025 war Hari wegen eines tätlichen Angriffs auf sie zu Sozialstunden, einer Geldstrafe und einem Kontaktverbot verurteilt worden. Bereits 2012 hatte er den Geschäftsmann Koen Everink bei einer Veranstaltung in der Amsterdam ArenA so schwer verletzt, dass dieser bleibende Schäden davontrug – ein Fall, in dem der Oberste Gerichtshof der Niederlande 2017 letztinstanzlich eine Haftstrafe bestätigte. Hinzu kommen dokumentierte Gewaltvorfälle in den Amsterdamer Nachtclubs Jimmy Woo und Club Air. Die sportliche Karriere des in Amsterdam als Sohn marokkanischer Eltern geborenen Kämpfers, der 2007 K-1-Weltmeister im Schwergewicht wurde, wird damit seit Jahren von Gerichtsverfahren begleitet. Ob die aktuelle Anklage Folgen für mögliche künftige Auftritte im Ring hat, ist bislang offen.

Quellen: Hespress Français, Crimesite, SGXL

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