
Anlässlich des 27. Jahrestags seiner Thronbesteigung hat König Mohammed VI. in seiner Rede an die Nation einen „neuen Entwicklungszyklus“ für Marokko ausgerufen. Das Land habe, so der Monarch, eine entscheidende Etappe seiner Entwicklung erreicht und müsse die eingeleiteten Reformen konsequent fortsetzen – insbesondere im Anschluss an die für September angesetzten Parlamentswahlen und die Bildung einer neuen Regierung.
Wachstum über den Erwartungen
Der König verwies in seiner Rede auf die wirtschaftliche Bilanz der vergangenen Jahre: Das Wachstum erreichte 2025 rund 4,9 Prozent, für 2026 wird ein ähnliches oder höheres Niveau erwartet. Eine ergiebige Regenzeit habe zudem die Landwirtschaft gestärkt und die Wasser- und Ernährungssicherheit verbessert. Zugleich verzeichne Marokko spürbare Fortschritte in Industrie, Tourismus und Finanzsektor.
Automobilindustrie als Aushängeschild
Besonders hervorgehoben wurde die rasante industrielle Transformation des Landes: Mit einer jährlichen Produktionskapazität von fast einer Million Fahrzeugen hat sich Marokko zum größten Automobilexporteur Afrikas entwickelt – ein Sektor, der laut König neben Luftfahrt, erneuerbaren Energien und Agrarwirtschaft zu den zentralen Wachstumstreibern des Landes zählt. Der Tourismussektor verzeichnete 2025 mit knapp 20 Millionen Besuchern einen historischen Rekordwert.
Reformkurs nach den Wahlen
Mohammed VI. kündigte an, nach den Parlamentswahlen vom 23. September und der Bildung eines neuen Kabinetts einen neuen Entwicklungszyklus einzuleiten, der die bisherigen Errungenschaften konsolidieren und zentrale Großprojekte sowie Reformen fortführen soll. Er rief zudem den Finanzsektor dazu auf, die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) auszuweiten und den digitalen Wandel der Branche zu beschleunigen.
Die Rede gilt als richtungsweisend für die kommende Legislaturperiode: Stabilität und nationale Souveränität nannte der König als tragende Säulen für Marokkos Zukunft – eine Botschaft, die vor dem Hintergrund der laufenden Vorbereitungen auf die Ko-Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 und anhaltender sozialer Spannungen im Land an Gewicht gewinnt.


