
Angesichts anhaltender Aufrufe in sozialen Netzwerken zu einem massenhaften irregulären Grenzübertritt am 15. August hat Marokko seine Sicherheitsvorkehrungen rund um die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla deutlich verstärkt. Wie das Nachrichtenportal Hespress berichtet, wurden zusätzliches Personal, Bereitschaftspolizei und Anti-Banden-Einheiten entsandt, während gleichzeitig die Überwachung von Zufahrtsstraßen und Küstenrouten zu den beiden Enklaven ausgeweitet wurde.
Wasserwerfer und Tränengas als Mittel der Deeskalation
Nach Beobachtungen von Hespress kommen bei den Einsätzen unter anderem Wasserwerfer, Tränengaswerfer und Blendgranaten zum Einsatz, mit denen die Ordnungskräfte im Bedarfsfall aus der Distanz eingreifen können – im Rahmen der Vorschriften zum verhältnismäßigen Einsatz von Gewalt. Zusätzlich stehen Anti-Banden-Einheiten bereit, um auf mögliche Gewalt oder Angriffe während eines Massenansturms zu reagieren. Die Maßnahmen beschränken sich nicht auf den unmittelbaren Grenzbereich: Auch auf den Zufahrtsstraßen in die nördlichen Grenzregionen wurden Kontrollpunkte eingerichtet, während die Küstenüberwachung verstärkt wurde, um Versuche auf dem Seeweg zu verhindern. An den Einsätzen sind neben der Nationalpolizei auch die Hilfstruppen und die Königliche Gendarmerie beteiligt, unterstützt von den Königlichen Streitkräften in den jeweils zuständigen Bereichen.
Bislang keine große Bewegung marokkanischer Migranten
Lokale Quellen und Menschenrechtsvertreter teilten Hespress am Mittwoch mit, dass bislang keine nennenswerte kollektive Bewegung marokkanischer Migranten oder Minderjähriger festgestellt worden sei, wenngleich vereinzelte Bewegungen von Migranten aus Subsahara-Afrika beobachtet wurden. Der Sprecher des Innenministeriums, Rachid El Khalfi, erklärte am Mittwoch, den 12. August, die Behörden würden „die Lage aufmerksam verfolgen“ und hätten alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um irreguläre Grenzübertritte zu verhindern und Beteiligte abzufangen.
Festnahmen wegen Aufrufen im Netz
Das Innenministerium teilte zudem mit, dass Personen festgenommen wurden, denen vorgeworfen wird, die Aufrufe zum 15. August online verbreitet zu haben. Unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft seien entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Termin erinnert an frühere Vorfälle an der Grenze zu Ceuta, bei denen es zuletzt zu chaotischen Szenen und Todesfällen gekommen war – ein Grund für die frühzeitige und breit angelegte Mobilisierung der Sicherheitskräfte in diesem Jahr.


