Welthunger-Index 2026: Marokko auf Platz 47 – Kinder-Wachstumsverzögerung fast halbiert

Gemüsemarkt in Salé mit Ständen voller Tomaten, Zwiebeln und Paprika (Symbolbild)
Foto: Mounir Neddi, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko gehört im aktuellen Welthunger-Index zur Gruppe der Länder mit niedrigem Hungerniveau. Im Ranking 2026 belegt das Königreich Platz 47 von 122 erfassten Staaten und erreicht einen Wert von 9,0 von 100 Punkten, wie Hespress unter Berufung auf den am Donnerstag veröffentlichten Bericht meldet. Je niedriger der Wert, desto geringer das Hungerproblem.

Die Kennzahlen im Überblick

Der Index stützt sich auf vier Indikatoren. Demnach sind 6,5 Prozent der marokkanischen Bevölkerung unterernährt. Bei Kindern unter fünf Jahren liegt die Quote der Wachstumsverzögerung (Stunting) bei 13,7 Prozent, die der Auszehrung (Wasting) bei 2,7 Prozent. Die Sterblichkeit der unter Fünfjährigen beträgt 1,6 Prozent.

Im Zeitverlauf zeigt sich ein gemischtes Bild: Seit dem Jahr 2000 ist die Wachstumsverzögerung bei Kindern von 25,3 auf 13,7 Prozent gesunken. Der Anteil der Unterernährten stieg dagegen im selben Zeitraum leicht von 5,8 auf 6,5 Prozent.

Besser als Region und Weltschnitt

Mit 9,0 Punkten liegt Marokko unter dem Durchschnitt der Region Westasien und Nordafrika (12,5) sowie deutlich unter dem globalen Mittelwert von 18,1. Innerhalb der Region verzeichnet Syrien mit 31,5 den höchsten Wert, gefolgt von Libyen (12,9), dem Irak (11,9), Oman (10,8) und Ägypten (10,5). Kuwait, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate kommen jeweils auf Werte unter 5.

Weltweit wieder mehr Hunger

Der Index wird gemeinsam von der deutschen Hilfsorganisation Welthungerhilfe, dem Institut für Internationales Recht des Friedens und bewaffneter Konflikte (IFHV) und Helvetas herausgegeben. Die Autoren warnen, dass der Hunger nach Jahren des Fortschritts wieder zunimmt, und nennen Konflikte, Klimaschocks und Wirtschaftskrisen als Treiber. In 32 Ländern sei das Hungerniveau gestiegen; 57 Länder dürften das Ziel eines niedrigen Hungerniveaus bis 2030 nicht erreichen.

Für Marokko bleibt vor allem der leichte Anstieg bei der Unterernährung ein Punkt, den es im Auge zu behalten gilt, auch wenn das Land insgesamt deutlich besser abschneidet als der regionale Durchschnitt.

Quellen: Hespress English

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