
Marokko hat sich ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt im Bereich Künstliche Intelligenz gesichert: In der Region Nouaceur bei Casablanca entsteht ein Rechenzentrum für KI-Anwendungen mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Regionalrat Casablanca-Settat hat dafür kürzlich die Mobilisierung von 666 Hektar Fläche für Großindustrieprojekte genehmigt.
Getragen wird das Vorhaben von einem internationalen Konsortium: Nexus Core Systems übernimmt das Projektmanagement, Naver Cloud den Betrieb der Plattform, NVIDIA liefert die neueste Generation an KI-Prozessoren, Lloyds Capital ist für die Finanzierung zuständig, und der marokkanische Energiekonzern TAQA Morocco garantiert eine vollständig erneuerbare Stromversorgung der Anlage.
Die Zielkapazität des als Tier-III-Infrastruktur ausgelegten Rechenzentrums liegt bei 500 Megawatt. Eine erste Ausbaustufe von 40 Megawatt war ursprünglich für Anfang 2026 vorgesehen, verzögerte sich jedoch um mehrere Monate. Perspektivisch soll die Anlage Marokko als führenden Technologiestandort auf dem afrikanischen Kontinent positionieren.
Das Projekt reiht sich in eine Serie von Investitionsentscheidungen internationaler Technologiekonzerne in Marokko ein, die von der geografischen Nähe zu Europa, vergleichsweise günstigen Energiekosten durch den Ausbau erneuerbarer Energien und gezielten staatlichen Investitionsanreizen profitieren. Die Regierung verfolgt das erklärte Ziel, das Land bis 2030 zu einem der wichtigsten KI- und Digitalstandorte Afrikas zu machen.

