
Marokko baut seine Flughäfen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 und das erwartete Passagierwachstum aus: Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) stellt 270 Millionen Euro für ein umfassendes Modernisierungsprogramm bereit. Die Finanzierungsvereinbarung wurde im September 2026 von AfDB-Präsident Sidi Ould Tah und Finanzministerin Nadia Fettah unterzeichnet.
Programm mit Gesamtvolumen von 863 Millionen Euro
Das „Airport Infrastructure Expansion and Modernization Program“ (PEMIA) ist insgesamt mit rund 863,4 Millionen Euro (9,08 Milliarden Dirham) veranschlagt. Die AfDB übernimmt davon etwa 31 Prozent, die restlichen 69 Prozent finanziert die staatliche Flughafenbehörde ONDA. Der Verwaltungsrat der Bank hatte die Mittel bereits im Dezember 2025 genehmigt; die Umsetzung ist bis zum 31. Dezember 2030 angelegt.
Vier Flughäfen im Fokus
Das Programm konzentriert sich auf vier Standorte. Marrakesch soll auf eine Kapazität von 14 Millionen Passagieren pro Jahr wachsen, Agadir auf fünf Millionen, Tanger auf 3,6 Millionen und Fès auf drei Millionen. Vorgesehen sind Terminalerweiterungen, ein neuer Kontrollturm in Marrakesch, rund 1,5 Millionen Quadratmeter zusätzliche Abstellflächen für Flugzeuge sowie 7,6 Kilometer neue Rollwege. Hinzu kommen automatisierte Gepäcksysteme, Sprengstoffdetektion und moderne Passagierkontrollen.
Rückenwind für Tourismus und Handel
Nach Angaben der Beteiligten soll das Vorhaben tausende Arbeitsplätze schaffen, insbesondere für Frauen und junge Menschen, und den Tourismus, Handel und die Logistik stärken. Es fügt sich in die Tourismusstrategie „Vision 2030“ ein. Marokkos Flughäfen verzeichnen seit Monaten Rekordzahlen; zuletzt meldete der Flughafen Casablanca einen neuen Tagesrekord bei den Passagieren.
Die Ausbaupläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Land vor einer Regierungsneubildung steht. Die Infrastrukturprojekte für die WM 2030 gelten jedoch als parteiübergreifende Priorität und dürften von der neuen Regierung fortgeführt werden.
Quellen: Morocco World News

