Marrakech Airshow eröffnet: Sechs Abkommen zu Drohnen und Luftfahrtindustrie – US-F-35 über Marrakesch

Drei F-35A-Kampfjets rollen auf einer Startbahn in Lakenheath (Symbolbild)
Foto: Tech. Sgt. Matthew Plew/48th Fighter Wing Public Affairs (US Air Force), Lizenz Public Domain, Quelle: Wikimedia Commons

In Marrakesch hat am Mittwoch die achte Ausgabe der Luftfahrtmesse Marrakech Airshow begonnen. Bis zum 10. Oktober treffen sich auf der Royal Air Force Base der marokkanischen Luftwaffe knapp 200 Aussteller aus 27 Ländern. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind strategischer Partner, mehr als 250 hochrangige zivile und militärische Delegationen sind angekündigt. Im Mittelpunkt stehen industrielle Souveränität, resiliente Lieferketten, moderne Verteidigungssysteme und künstliche Intelligenz.

Sechs Abkommen zum Auftakt

Schon am Eröffnungstag wurden mehrere Vereinbarungen unterzeichnet. Der Phosphatkonzern OCP schloss gemeinsam mit dem Industrieministerium, der Nationalen Verteidigungsverwaltung und der Universität Mohammed VI Polytechnique (UM6P) eine Forschungspartnerschaft für die Luftfahrt- und Industriebranche. Beteiligt sind internationale Konzerne wie Lockheed Martin, Safran, Airbus und Boeing.

Das Handelsministerium vereinbarte mit Royal Air Maroc, mehr in Marokko gefertigte Produkte und Dienstleistungen in die Lieferkette der Fluggesellschaft einzubinden. Mit Safran Oil Systems soll eine industrielle Tochtergesellschaft in Marokko entstehen, die sich auf Schmiersysteme und Flüssigkeitsmanagement für Flugzeugtriebwerke konzentriert. Zudem wurde ein Zentrum für industrielle Exzellenz in Afrika vereinbart, das der Technische Zentrum für Mechanische Industrien gemeinsam mit der Plattform ACME aufbauen will.

Drohnen made in Morocco

Besonders im Fokus steht die Verteidigungstechnologie: Mehrere Ministerien und die Nationale Verteidigungsverwaltung wollen mit dem Unternehmen Harmattan AI Abwehrtechnik gegen Drohnen der nächsten Generation entwickeln – von Forschung und Konstruktion bis zu Produktion, Integration und Tests. Außerdem soll in Marokko eine eigene Drohne entstehen, um die technologische und verteidigungspolitische Souveränität zu stärken. Finanzielle Details und Zeitpläne nannten die Beteiligten nicht.

Der Delegierte Minister für Landesverteidigung, Abdellatif Loudiyi, sagte, der Luftfahrtsektor habe sich „von der einfachen Montage zu fortgeschrittener Fertigung und Ingenieurwesen“ entwickelt. Er verwies auf die Vision von König Mohammed VI. und nannte die Luft- und Raumfahrt einen Schlüsselfaktor für die industriellen Fähigkeiten des Landes.

US-Militär mit F-35 vor Ort

Auch die USA sind prominent vertreten: Rund 45 Soldaten gehören zur Delegation des US-Verteidigungsministeriums. Zwei F-35A der 48th Fighter Wing von der britischen Basis RAF Lakenheath absolvieren Überflüge, am Boden sind eine HC-130J der 176th Wing aus Alaska und ein Tankflugzeug KC-135 der Nationalgarde von Utah zu sehen. Brigadegeneral Matthew French sagte, es sei „eine Ehre, in Marrakesch zu sein“, vor dem 250. Jahrestag der Allianz zwischen den USA und Marokko. Beide Länder trainieren regelmäßig gemeinsam, etwa mit F-16 und C-130; marokkanische F-16-Piloten tanken bei der Übung African Lion aus US-Tankflugzeugen nach.

Die Messe fällt in eine Phase, in der Marokko seine Luftwaffe modernisiert: Erst am Dienstag war die erste für das Land gebaute F-16 Block 72 erfolgreich zum Erstflug gestartet.

Quellen: Morocco World News, Morocco World News (US-Beteiligung)

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