Alif × Alef: Essaouira feiert arabisch-hebräische Musik beim 21. Festival Andalousies Atlantiques

Traditionelle Musiker in Gewändern mit Oboe und Trommeln am Strand von Essaouira (Symbolbild)
Foto: Anderson sady, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

„Alif × Alef: zwei Buchstaben, eine gemeinsame Geschichte“ – unter diesem Motto ist in Essaouira die 21. Ausgabe des Festivals Andalousies Atlantiques zu Ende gegangen. Vom 29. bis 31. Oktober standen 15 Konzerte und Begegnungen auf dem Programm, die arabische und hebräische Musiktraditionen zusammenbrachten.

Eröffnung im Festzelt am Hafen

Den Auftakt machte am Donnerstagabend ein Konzert in einem großen Zelt auf dem Place Bab El Menzeh nahe dem Hafen. Moshé Louk, Neffe des Rabbiners Haïm Louk und erstmals beim Festival zu Gast, trat gemeinsam mit Marouane Hajji auf. Die beiden präsentierten Matrouz, eine Dichtung, die arabische und hebräische Verse verbindet, begleitet vom Andalusischen Orchester von Aschdod und marokkanischen Musikern. Nouhaila El Kalai aus Fès sang Kasiden; sie stand bereits mit 13 Jahren beim Festival auf der Bühne und war nun zum vierten Mal dabei. Hicham Dinar aus Essaouira steuerte spirituelle Gesänge im Samaâ- und Madih-Stil bei. Hajji sprang kurzfristig für Abderrahim Souiri ein, der aus nicht genannten Gründen fehlte. Der Abend war zugleich eine Hommage an Rabbi Haïm Louk und Souiri.

„Was die Welt nicht mehr kann“

Der Festivalgründer André Azoulay, Berater des Königs und Gründungspräsident der Veranstalter-Vereinigung Essaouira-Mogador, sagte nach Angaben von Le360 zur Eröffnung: „Marokko tut hier, was die Welt nicht mehr zu tun weiß.“ Kaoutar Chakir Benamara, Generalsekretärin der Vereinigung, sprach auf Arabisch, Französisch und Hebräisch und nannte Musik „eine Brücke zum anderen und ein lebendiges Gedächtnis, das Vergangenheit und Zukunft verbindet“. Das Festival geht auf eine Initiative Azoulays aus dem Jahr 2003 zurück. Als Partner treten die Stiftung der Drei Kulturen des Mittelmeers in Sevilla und die Junta de Andalucía auf.

Flamenco, Piyut und Gnawa

Das Programm verteilte sich auf mehrere Orte in Essaouira, darunter Dar Souiri und das Haus der Erinnerung Bayt Dakira. Dort fand am 30. Oktober auch ein Forum unter dem Titel „Die Bedeutung des Ortes, die Bedeutung der Verbindung“ statt. Erstmals zu Gast war die spanische Flamenco-Tänzerin und Choreografin Olga Pericet. Zum Abschluss kamen das HaPiyut Ensemble, das die liturgische jüdische Dichtung Piyut pflegt, und die Maâlma Hind Ennaira, eine Meisterin der Gnawa-Musik, zu einer gemeinsamen Aufführung zusammen. Weitere Auftritte bestritten unter anderem Samia El Antri, Hamid Ajbar, Mohamed Aaboud, Majda Yahyaoui sowie Rachid Lahkim als Dirigent des Orchesters Al Assala aus Meknès.

Gedämpfte spanische Beteiligung

Laut Le360 fiel die spanische Beteiligung geringer aus als geplant: Spanien befand sich nach einem Zugunglück in der Provinz Toledo am 28. Oktober in Staatstrauer. Essaouira, das früher als Mogador für sein jüdisch-muslimisches Zusammenleben bekannt war, pflegt mit dem Festival seit Jahren dieses kulturelle Erbe als Teil seiner Stadtidentität.

Quellen: Le360, Le Matin

Nach oben scrollen