
Marokko hat zwischen 2022 und 2025 rund 17 Milliarden Dirham aufgewendet, um Strompreiserhöhungen für Haushalte und Unternehmen zu verhindern. Das geht aus dem Wirtschafts- und Finanzbericht zum Finanzgesetz 2027 hervor, über den Hespress English berichtet. Die Mittel flossen als staatliche Transfers an den Strom- und Trinkwasserversorger ONEE, der die gestiegenen internationalen Energiekosten auffing, statt sie weiterzureichen.
ONEE schreibt weiter hohe Verluste
Die Preisstabilität hat ihren Preis: Der Nettoverlust des Versorgers lag 2025 bei 6,96 Milliarden Dirham, nach 7,29 Milliarden im Vorjahr. Für 2026 rechnet der Bericht mit einem erneuten Anstieg des Defizits auf 8,63 Milliarden Dirham. Der Umsatz sank 2025 um 2,5 Prozent auf 41,47 Milliarden Dirham, auch weil Verteilungsaktivitäten auf die zwölf regionalen Multiservice-Gesellschaften übergegangen sind. Die Finanzverschuldung stieg auf 55,93 Milliarden Dirham.
Auch bei den Investitionen blieb ONEE hinter dem Plan zurück: 2025 flossen 7,36 Milliarden Dirham, das entspricht 68 Prozent des ursprünglich vorgesehenen Budgets.
219 Milliarden Dirham bis 2030
Für die Jahre 2026 bis 2030 sieht der Bericht ein Investitionsprogramm von 219,1 Milliarden Dirham vor. Davon entfallen 177 Milliarden auf den Stromsektor und 42,1 Milliarden auf die Trinkwasserversorgung. Rund 72 Prozent der Summe sollen private Investoren finanzieren.
Geplant sind unter anderem zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten von 14,34 Gigawatt, der Ausbau von Stromspeichern, stärkere Verbindungen mit Spanien und Mauretanien sowie mehr Meerwasserentsalzung.
Umbau des Versorgers angekündigt
Parallel bereitet die Regierung eine umfassendere Restrukturierung von ONEE vor, darunter die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Der Bericht macht damit deutlich, dass die bisherige Praxis, Verluste über Staatszuschüsse auszugleichen, die öffentlichen Finanzen belastet und der Versorger langfristig auf eine tragfähigere Finanzierung angewiesen ist. Zitate von Verantwortlichen enthält der Bericht nicht; die Zahlen stammen aus den Haushaltsunterlagen.
Quellen: Hespress English


