Nador West Med eröffnet: Kronprinz weiht erstes Containerterminal mit 3,5 Millionen Boxen Kapazität ein

Containerschiff und Verladekräne im Hafen Tanger Med (Symbolbild)
Foto: Bertrand SOUBEYRAND, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Kronprinz Moulay El Hassan hat am 31. Oktober im Hafenkomplex Nador West Med das erste Containerterminal offiziell eingeweiht. Die Zeremonie in Iaâzzanène an der Mittelmeerküste im Nordosten Marokkos fand im Auftrag von König Mohammed VI. statt und schloss das erste kommerzielle Löschen eines Frachtschiffs ein. Damit geht ein Großprojekt in Betrieb, dessen erste Vereinbarungen bereits im Dezember 2012 unterzeichnet wurden und dessen Bau 2016 begann.

Fünf Milliarden Dirham für das Ost-Terminal

In das Ost-Terminal flossen rund fünf Milliarden Dirham. Es verfügt über eine 1.520 Meter lange Kaianlage mit 18 Metern Wassertiefe und 70 Hektar Lagerfläche. Bis 2030 soll es bis zu 3,5 Millionen Container pro Jahr umschlagen. Betrieben wird es von Marsa Maroc und Terminal Investment Limited (TIL), einer Tochter der Reederei MSC, im Rahmen einer 25-jährigen Konzession.

Das gesamte Hafenprojekt ist laut Angaben der Behörden mit 54 Milliarden Dirham aus öffentlichen und privaten Mitteln veranschlagt. Kurzfristig sollen nach offiziellen Zahlen 14.000 direkte und 20.000 indirekte Arbeitsplätze entstehen.

West-Terminal und Energiehäfen folgen

Ein zweites Containerterminal soll im April 2027 folgen. Hier hält Marsa Maroc gemeinsam mit der französischen Reederei CMA CGM die Konzession. Es erfordert rund drei Milliarden Dirham, bringt 1,8 Millionen TEU zusätzliche Kapazität und hat eine 900 Meter lange Kaianlage. Zusammen ergäbe sich eine Containerkapazität von 5,3 Millionen TEU.

Weitere Anlagen sind in Planung: ein Massengutterminal mit sieben Millionen Tonnen Jahreskapazität (Juni 2027), ein LNG-Terminal für fünf Milliarden Kubikmeter pro Jahr sowie ein Öl-Terminal für bis zu 25 Millionen Tonnen (beide April 2027) und ein Stückgutterminal für drei Millionen Tonnen (Dezember 2028). Hinzu kommt eine 700 Hektar große Industrie- und Logistikplattform, für die rund zwölf Milliarden Dirham private Investitionen erwartet werden.

Anbindung und strategische Bedeutung

Zur Anbindung gehören eine 49 Kilometer lange Bahnstrecke von Selouane zum Hafen sowie eine 105 Kilometer lange Autobahn nach Guercif. Nador West Med soll den bestehenden Hafen Tanger Med ergänzen und die Region Oriental wirtschaftlich stärken. Zugleich stärkt Marokko seine Position auf den Handelsrouten zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien. Zusammen mit dem geplanten Atlantikhafen Dakhla soll das Projekt auch den Sahel-Staaten besseren Zugang zu internationalen Märkten verschaffen.

Quellen: Morocco World News

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