Marokkos Industrieexporte wachsen im ersten Halbjahr um 9,7 Prozent

Containerterminal im Hafen von Casablanca, einem der wichtigsten Umschlagplätze für Marokkos Exportwirtschaft

Marokkos Industrieexporte sind im ersten Halbjahr 2026 kräftig gewachsen. Nach Angaben der marokkanischen Devisenbehörde Office des Changes stiegen die Gesamtexporte des Landes bis Ende Juni um 9,7 Prozent auf rund 260,4 Milliarden Dirham, umgerechnet etwa 26 Milliarden US-Dollar.

Getragen wird das Wachstum von einem breiten Branchenmix: Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Phosphate, erneuerbare Energien sowie die neu entstehende Batterieindustrie gelten als die zentralen Wachstumstreiber der marokkanischen Exportwirtschaft. Der Automobilsektor allein legte bei den Exporten um 17,4 Prozent zu, vor allem getragen von steigenden Verkäufen in den Bereichen Fahrzeugbau und Kabelkonfektion für die Autoindustrie.

Die Entwicklung reiht sich in eine längerfristige Verschiebung der marokkanischen Wirtschaftsstruktur ein: Wo früher der Phosphatexport nahezu konkurrenzlos das Rückgrat der Handelsbilanz bildete, tragen heute zunehmend Industriezweige mit höherer Wertschöpfung wie Automobilbau und Elektronik zum Wachstum bei – eine Entwicklung, die Wirtschaftsanalysten als Diversifizierung und industrielle Aufwertung der marokkanischen Volkswirtschaft werten.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnen internationale Institutionen mit einer etwas moderateren gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate von rund 4,2 Prozent, getragen vor allem vom privaten Konsum und von Investitionen in die Infrastruktur. Für 2027 wird ein leichter Anstieg auf 4,3 Prozent erwartet.

Quelle: H24info, Industries.ma, FNH.ma

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