205-Millionen-Euro-Kredit: Afrikanische Entwicklungsbank stärkt Marokkos Hochgeschwindigkeitsbahn

Foto: NicholasNCE, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) hat 205 Millionen Euro für den Ausbau von Marokkos Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Kénitra und Marrakesch bewilligt. Das Projekt PADIF soll die Kapazität und Betriebsleistung des zentralen Bahnkorridors deutlich steigern und ist Teil der langfristigen Strategie „Rail 2040“.

Neue Ausrüstung für Kénitra–Marrakesch und Casablanca

Die Finanzierung fließt in moderne Ausrüstung für den Korridor Kénitra–Marrakesch sowie den Bahnknoten Casablanca, darunter neue Schienen und Gleiskomponenten sowohl für den klassischen als auch für den Hochgeschwindigkeitsverkehr. Ziel ist es, Engpässe auf einer der meistbefahrenen Strecken des Landes zu beseitigen und die Zuverlässigkeit des Netzes zu erhöhen, das seit der Eröffnung der ersten afrikanischen Hochgeschwindigkeitslinie 2018 zwischen Tanger und Casablanca stetig gewachsen ist.

„Rail 2040“: 1.500 Kilometer neue Schnellstrecken

Das Projekt reiht sich in Marokkos „Rail 2040“-Plan ein, der rund 1.500 Kilometer neue Hochgeschwindigkeitsstrecken vorsieht. Offizielle Stellen positionieren das Schienennetz als Schlüsselelement, um Logistikkosten zu senken und Marokkos Rolle als Drehscheibe zwischen Europa und Afrika zu festigen. Machbarkeitsstudien für eine Verlängerung der Schnellstrecke bis Agadir (240 Kilometer) sind bereits abgeschlossen; sie würde die Fahrzeit zwischen Marrakesch und Agadir auf rund eine Stunde verkürzen.

Teil eines Milliarden-Investitionsprogramms

Die Bahnoffensive ist eingebettet in ein noch größeres Investitionspaket: Marokko plant, umgerechnet rund 3,1 Milliarden Dollar in Hochgeschwindigkeitsbahn, Flughäfen und Logistikzentren zu investieren. Hinzu kommt ein separates, mehrphasiges Autobahnprogramm über 1.649 Kilometer, das Rabat und Casablanca mit Tanger, Fès und Marrakesch verbinden soll und bis 2035 mit umgerechnet rund 61,9 Milliarden Dollar veranschlagt ist. Beobachter werten die Investitionen auch als direkte Vorbereitung auf die gemeinsam mit Spanien und Portugal ausgerichtete Fußball-Weltmeisterschaft 2030, für die ein reibungsloser Transport zwischen den Austragungsstädten entscheidend sein wird.

Quellen: Morocco World News, African Development Bank

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