
Marokkos Zollbehörde ermittelt gegen fünf Unternehmen, die im Verdacht stehen, betrügerische Geldtransfers im Umfang von rund 370 Millionen US-Dollar ins Ausland organisiert zu haben. Die Kontrolleure identifizierten dabei verdächtige Transaktionen mit Exporteuren aus China und Malaysia.
Gefälschte Rechnungen als Deckmantel
Im Zentrum der Ermittlungen stehen Handelsrechnungen, deren angegebene Warenwerte erheblich von internationalen Referenzpreisen abwichen. Durch diese systematische Überfakturierung soll es den beteiligten Unternehmen gelungen sein, illegale Devisenbeträge unter dem Deckmantel legaler Handelsgeschäfte außer Landes zu schaffen – eine Methode, die im internationalen Kontext als „Trade-Based Money Laundering“ bekannt ist.
Verdacht auf organisierte Netzwerke
Die laufenden Kontrollen könnten nach Angaben der Behörden zur Eröffnung weiterer Verfahren führen. Die Ermittler gehen davon aus, dass hinter den Vorgängen organisierte Netzwerke stehen könnten, die gezielt Briefkastenfirmen nutzen, um hunderte Millionen Dollar am regulären Finanzsystem vorbeizuschleusen. Der Fall reiht sich ein in verstärkte Bemühungen der marokkanischen Zollverwaltung, die zuletzt bereits gegen Schmuggel von als Gebrauchtware deklarierter Neukleidung sowie gegen weitere Formen der Handelsmanipulation vorgegangen war – Teil einer umfassenderen Digitalisierungs- und Kontrolloffensive, die die Behörde für 2026 angekündigt hatte.
Quellen: H24 Info


