EU erhöht Grenzschutz-Förderung für Marokko nach Ceuta-Krise um 190 Millionen Euro

Trougnouf (Benoit Brummer)
Foto: Trougnouf (Benoit Brummer), Lizenz CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Als Reaktion auf die Migrationskrise in Ceuta Ende Juli plant die EU-Kommission eine deutliche Aufstockung ihrer Finanzhilfen für Marokkos Grenzmanagement. Zusätzlich zu bereits laufenden Programmen sollen bis Ende 2027 weitere 190 Millionen Euro fließen – eingebettet in Verhandlungen über eine umfassendere strategische Partnerschaft zwischen Brüssel und Rabat.

Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel
Foto: Trougnouf (Benoit Brummer), Lizenz CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

190 Millionen Euro zusätzlich bis 2027

Nach Angaben der EU-Kommission gegenüber Hespress English hat Brüssel zwischen 2021 und 2024 bereits rund 222 Millionen Euro für Migrationsmanagement nach Marokko fließen lassen. Nun soll ein weiteres Paket von 190 Millionen Euro bis zum Ende des laufenden Haushaltszyklus 2027 hinzukommen – eine direkte Reaktion auf den Massenübertritt von schätzungsweise 70.000 bis 72.000 Menschen nach Ceuta Ende Juli, bei dem nach verschiedenen Berichten auch rund 100 Menschen ums Leben kamen.

Teil einer größeren strategischen Partnerschaft

Die zusätzliche Grenzschutzförderung ist Teil laufender Verhandlungen über ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Marokko, das die Kommission bis Jahresende abschließen will – nach dem Vorbild des 2024 mit Ägypten geschlossenen Abkommens, das ein Finanz- und Investitionspaket von 7,4 Milliarden Euro umfasste. Die Ceuta-Krise hat den ohnehin schon laufenden Verhandlungen dabei zusätzlichen politischen Druck verliehen.

Madrid drängt, Rabat wehrt sich gegen Grenzschützer-Rolle

Der spanische Vorstoß, Marokko stärker in die Pflicht zu nehmen, stößt in Rabat nicht auf ungeteilte Zustimmung: Marokkanische Regierungsvertreter machen deutlich, dass sie sich nicht als reiner „Grenzgendarm“ der EU verstehen wollen, sondern eine gleichberechtigte Partnerschaft mit wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Gegenleistungen erwarten. Die Debatte reiht sich in eine langjährige Diskussion über die Verteilung von Verantwortung und Kosten der europäischen Migrationskontrolle entlang der marokkanisch-spanischen Grenze ein, die durch die jüngste Krise neu befeuert wurde.

Quellen: Euronews, Morocco World News, Hespress English

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