
Eine hochrangige Delegation der US-Botschaft in Rabat hat den im Bau befindlichen Atlantikhafen von Dakhla besucht. Wie die US-Botschaft in Marokko mitteilte, informierten sich ranghohe amerikanische Militärvertreter vor Ort über maritime Infrastruktur, regionale Konnektivität, wirtschaftliche Entwicklung und gemeinsame Sicherheitsprioritäten. Der Besuch reiht sich in eine wachsende Zahl offizieller US-Delegationen ein, die in den vergangenen Monaten Marokkos südliche Provinzen bereist haben.
Hafenprojekt zu 65 Prozent fertiggestellt
Der Atlantikhafen Dakhla gilt als eines der ambitioniertesten Infrastrukturvorhaben im Süden Marokkos. Der Bau des Tiefwasserhafens ist nach aktuellem Stand zu 65 Prozent abgeschlossen, die vollständige Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen. Der Hafen soll künftig als logistisches Tor für den Handel mit Westafrika dienen und die Region Dakhla-Oued Eddahab besser an internationale Schifffahrtsrouten anbinden. Bei ihrem Besuch erhielten die US-Vertreter Einblicke in den Baufortschritt sowie in die Pläne zur regionalen Anbindung des Hafens.
Teil einer breiteren Kooperationsoffensive
Der Besuch der Militärvertreter steht nicht für sich allein. Bereits im Juni 2026 hatte eine Delegation der US-Mission in Marokko den Grenzübergang El Guerguerat besucht, um sich über Grenzsicherheit sowie die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Drogen- und Menschenhandel zu informieren. Parallel dazu unterstützt die US-amerikanische Handels- und Entwicklungsagentur (USTDA) mit 5,7 Millionen Dollar eine Machbarkeitsstudie für eine geplante Ammoniakanlage mit einer Jahreskapazität von 560.000 Tonnen in Laâyoune. Beobachter werten die Häufung solcher Besuche als Zeichen dafür, dass Washington seine Sahara-Politik zunehmend von symbolischer diplomatischer Anerkennung hin zu konkretem wirtschaftlichem und sicherheitspolitischem Engagement vor Ort verlagert.
Anerkennung seit 2020, neuer Schub unter Trump
Die USA erkannten die marokkanische Souveränität über die Westsahara bereits im Dezember 2020 an. Unter Präsident Donald Trump hat sich das Engagement zuletzt weiter intensiviert: In einer Botschaft an König Mohammed VI. Anfang August rief Trump zu vertiefter Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe und Verteidigung auf. Der Besuch in Dakhla fügt sich damit in eine Reihe von Signalen ein, mit denen Washington seine strategische Partnerschaft mit Rabat – auch mit Blick auf die international umstrittene Westsahara-Frage – weiter ausbaut.
Quellen: Morocco World News, Barlamane Today, Hespress English

