
Der Streit zwischen Hakim Ziyech und der Führung von Wydad Casablanca hat eine neue, formellere Stufe erreicht: Der marokkanische Nationalspieler erschien am Dienstag in Begleitung eines Gerichtsvollziehers am Trainingskomplex Mohamed Benjelloun, um seine Situation offiziell dokumentieren zu lassen. Erst am Wochenende zuvor hatte der 33-Jährige öffentlich gemacht, dass er vom Testspiel gegen Renaissance Zemamra und vom Trainingslager in Agadir ausgeschlossen worden war.
Vereinsleitung verweist Ziyech ins Einzeltraining
Wydad hatte Ziyech aus dem geschlossenen Vorbereitungslager in Agadir ausgeschlossen und ihn per E-Mail angewiesen, stattdessen in Casablanca unter Aufsicht eines Fitnesstrainers individuell zu trainieren. Als der Spieler zu den vereinbarten Trainingszeiten jedoch keinerlei technisches Betreuerpersonal antraf, entschied er sich, einen Gerichtsvollzieher hinzuzuziehen, um die Umstände amtlich festhalten zu lassen. Laut dem so erstellten Protokoll erklärte der Verwaltungsdirektor von Wydad gegenüber dem Gerichtsvollzieher, der Ausschluss Ziyechs aus dem Kader sei „eine rein technische Entscheidung des Trainerstabs“ gewesen.
Vom Gehaltsstreit zur juristischen Beweissicherung
Der aktuelle Schritt markiert die bislang formellste Zuspitzung eines Konflikts, der sich seit dem Führungswechsel bei den „Roten Löwen“ im Mai stetig verschärft hat. Ursprünglich ging es um vertragliche und finanzielle Fragen, insbesondere um Ziyechs Monatsgehalt von rund einer Million Dirham sowie einen Streit um seine medizinische Betreuung. Inzwischen hat sich die Auseinandersetzung zu einer offenen administrativen und technischen Konfrontation ausgeweitet. Nach Einschätzung marokkanischer Sportmedien könnte das nun erstellte Gerichtsvollzieher-Protokoll dem Spieler in einem möglichen künftigen Vertragsstreit als Beweismittel dienen – eine formelle Klage hat Ziyech bislang jedoch nicht eingereicht.
Fans fordern Klarheit, Ziyechs Zukunft bleibt offen
Innerhalb der Wydad-Anhängerschaft wächst unterdessen der Unmut über den Umgang der neuen Vereinsführung mit dem Publikumsliebling. Berichten zufolge will Ziyech selbst seinen Vertrag erfüllen und hat kein Interesse an einem Wechsel im laufenden Transferfenster gezeigt; eine Gehaltskürzung lehnt er jedoch ab. Für die Vereinsführung wird der Fall damit zu einem heiklen Balanceakt: Ein erzwungener Abgang des sportlich wie image-mäßig wertvollen Spielers dürfte auf erheblichen Widerstand der Fans stoßen, während eine ungeklärte Hängepartie den Start in die neue Saison belastet.
Quellen: Morocco World News, Goal.com


