
Marokko bleibt der drittgrößte Vermögens-Hotspot Afrikas: Laut dem neuen „Africa Wealth Report 2026“ der Beratungsgesellschaft New World Wealth lebten zum Stichtag 30. Juni 2026 rund 8.300 Dollar-Millionäre im Königreich – Menschen mit einem investierbaren Nettovermögen von mindestens einer Million US-Dollar, ohne die selbst genutzte Hauptwohnimmobilie. Damit liegt Marokko hinter Südafrika (48.200 Millionäre) und Ägypten (15.100), aber vor Nigeria (8.100) und Kenia (6.500) und vereint damit rund 6,5 Prozent aller Millionäre des Kontinents auf sich.
Stärkstes Wachstum unter Afrikas Top-Fünf
Bemerkenswert ist vor allem die Wachstumsdynamik: Die Zahl der Millionäre in Marokko legte gegenüber dem Vorjahresbericht von 7.500 auf 8.300 zu, nach 6.836 im Jahr 2024. Über die vergangenen zehn Jahre gerechnet, ergibt das ein Plus von 55 Prozent – die mit Abstand höchste Zuwachsrate unter den fünf größten afrikanischen Vermögensmärkten. Zum Vergleich: Südafrika kam im selben Zeitraum auf ein Plus von 10 Prozent, Kenia auf 16 Prozent. Ägypten und Nigeria verzeichneten laut Report sogar Rückgänge von 14 beziehungsweise 33 Prozent, was die Analysten unter anderem auf die Abwertung der jeweiligen Landeswährungen gegenüber dem Dollar zurückführen – ein Effekt, der grundsätzlich auch für in Dirham gehaltenes Vermögen gilt, Marokkos Wachstum aber offenbar nicht ausbremsen konnte.
Casablanca dominiert, Marrakesch und Tanger holen auf
Regional bleibt Casablanca das mit Abstand wichtigste Vermögenszentrum des Landes: Allein in der Wirtschaftsmetropole leben nach den Berechnungen von New World Wealth rund 2.800 Dollar-Millionäre, ein gutes Drittel des gesamten marokkanischen Bestands. Die Stadt profitiert dabei auch von ihrer Rolle als Finanzdrehscheibe für Westafrika, unter anderem durch den Hub Casablanca Finance City. Auffällig ist zugleich das Tempo, mit dem andere Städte aufholen: Marrakesch verzeichnete über die vergangene Dekade ein Vermögenswachstum von 82 Prozent, getrieben von Tourismus, Immobilienmarkt und internationalem Zuzug. Tanger kommt für denselben Zeitraum auf ein Plus von 42 Prozent – für die kommenden zehn Jahre rechnet der Report dort sogar mit einem Sprung von 85 Prozent, angetrieben von Hafenwirtschaft, Industrieansiedlungen und dem boomenden Automobilsektor rund um Tanger Med.
Kontinentaler Kontext
Auf ganz Afrika bezogen zählte der Report zum Stichtag 374 sogenannte Centi-Millionäre mit einem Vermögen von mindestens 100 Millionen Dollar sowie 28 Dollar-Milliardäre; eine länderspezifische Aufschlüsselung dieser beiden Kategorien für Marokko liefert der Bericht nicht. Eingebettet ist die Entwicklung in eine Phase, in der Marokkos Wirtschaft ohnehin mit kräftigen Wachstumszahlen aufwartet – etwa bei Automobilexporten, Tourismuseinnahmen und Luftfahrtindustrie. Der Wealth Report liefert nun ein weiteres Indiz dafür, dass sich dieser wirtschaftliche Aufschwung auch in einer wachsenden Zahl vermögender Privatpersonen im Land niederschlägt.
Quelle: Hespress English


