51.805 neue Firmen: Marokkos Gründungsdynamik bremst leicht, bleibt aber über Vorkrisenniveau

Skyline von Casablanca mit der Hassan-II-Moschee bei Sonnenuntergang
Foto: elchicogris, Lizenz CC BY-SA 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Wirtschaft hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 51.805 neue Unternehmen registriert. Das geht aus den aktuellen Zahlen des marokkanischen Amts für gewerblichen und kommerziellen Eigentumsschutz (OMPIC) hervor, das die Unternehmensgründungen im Königreich systematisch erfasst. Von Januar bis Juni entstanden demnach 39.001 juristische Personen – vor allem Kapitalgesellschaften – sowie 12.804 Einzelunternehmen. Damit stammen rund drei Viertel aller Neugründungen von Personengesellschaften, ein Viertel von Selbstständigen und Kleinstunternehmern.

Rückgang zum Rekordjahr 2025, Plus gegenüber 2024

Die Zahl liegt spürbar unter dem Vergleichswert des Vorjahres: Im ersten Halbjahr 2025 hatte OMPIC noch 56.572 neue Firmen gezählt, was einem Rückgang von rund 8,4 Prozent entspricht. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024, als 47.734 Unternehmen gegründet wurden, bedeutet das aktuelle Ergebnis dagegen ein Plus von etwa 8,5 Prozent. Die Gründungsdynamik hat sich damit nach einem besonders starken 2025 etwas abgekühlt, bewegt sich aber weiterhin oberhalb des Niveaus der Vorjahre. Ergänzend zu den Firmengründungen registrierte OMPIC im gleichen Zeitraum 68.416 Handelsnamen in Form von Negativbescheinigungen – ein Indikator dafür, dass zusätzlich zahlreiche weitere Gründungen in Vorbereitung sind.

SARL AU dominiert, Casablanca-Settat bleibt Gründerzentrum

Bei der Rechtsform greifen marokkanische Gründer mit großem Abstand am häufigsten zur Ein-Personen-GmbH (SARL AU), auf die 65,2 Prozent der Neugründungen entfallen, gefolgt von der klassischen SARL mit 33,7 Prozent. Regional bleibt die Wirtschaftsmetropole Casablanca-Settat der mit Abstand wichtigste Gründungsstandort: Allein hier entstanden 39,3 Prozent aller neuen Kapitalgesellschaften. Es folgen die Region Rabat-Salé-Kénitra mit 14,5 Prozent, Marrakech-Safi mit 12,5 Prozent sowie Tanger-Tétouan-Al Hoceima mit 10,6 Prozent. Zusammen vereinen diese vier Regionen fast 77 Prozent aller Firmengründungen des Landes auf sich. Bei den Einzelunternehmen liegt dagegen Tanger-Tétouan-Al Hoceima mit 20,8 Prozent vorn, vor Casablanca-Settat mit 13,3 Prozent und der Ostregion mit 10,8 Prozent.

Handel und Bauwirtschaft als Treiber

Sektoral entfällt der größte Anteil der Neugründungen auf den Handel mit 27,2 Prozent, dicht gefolgt von Bauwesen und Immobilienwirtschaft mit 25,4 Prozent. Dienstleistungsunternehmen kommen auf einen Anteil von 20 Prozent, während Transport mit 7,5 Prozent und Industrie mit 6,3 Prozent deutlich kleinere Segmente bilden. Die Verteilung zeigt, dass die marokkanische Gründerlandschaft weiterhin stark von binnenwirtschaftlich orientierten Branchen geprägt ist, während wissens- und exportintensive Sektoren einen vergleichsweise geringen Anteil an neuen Firmen stellen.

Quellen: Challenge.ma, Morocco World News, La Vie Éco

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