Freiwillige Rückkehr: Erster Flug bringt 137 sudanesische Migranten von Casablanca nach Hause

Blick aus dem Flugzeugfenster auf die Küste von Casablanca (Symbolbild)

Foto: Abdeaitali, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Am Flughafen Mohammed V. in Casablanca ist am Freitag der erste Charterflug im Rahmen eines neuen Rückkehrprogramms für sudanesische Staatsangehörige in Marokko gestartet. An Bord einer Maschine der sudanesischen Fluggesellschaft Badr Airlines befanden sich 137 Sudanesinnen und Sudanesen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehrten. Ziel des Fluges war der Flughafen von Port Sudan. Organisiert wurde die Aktion von der Botschaft Sudans in Rabat, mit logistischer und finanzieller Unterstützung der marokkanischen Behörden.

Marokkanische Behörden übernehmen Logistik

Nach Angaben der sudanesischen Botschaft brachten Busse die Rückkehrwilligen zunächst von der Vertretung in Rabat zum Flughafen Mohammed V., wo Sicherheitskräfte und die Flughafenleitung die Abwicklung des Fluges begleiteten. Die Aktion stand unter dem Motto „Rückkehr in die Heimat für den Wiederaufbau“ und ist nach Angaben der Organisatoren als erste einer Reihe weiterer Rückführungsflüge gedacht. Sudans Botschafterin in Rabat, Mawada Omar Hageltoam El Badawi, dankte in einer Erklärung „Seiner Majestät König Mohammed VI., der marokkanischen Regierung und dem marokkanischen Volk“ für die Unterstützung bei der Durchführung des Fluges. Sie würdigte insbesondere die logistische und praktische Hilfe der marokkanischen Behörden vor Ort.

Rückkehr nach Jahren des Bürgerkriegs

Der Sudan wird seit April 2023 von einem Bürgerkrieg zwischen der Armee und paramilitärischen Kräften erschüttert, der Millionen Menschen zur Flucht zwang. Die sudanesische Regierung hatte bereits im Juni angekündigt, freiwillige Rückkehrprogramme für im Ausland lebende Landsleute ausbauen zu wollen, nachdem sich die Sicherheitslage in Teilen des Landes nach eigenen Angaben wieder stabilisiert habe. Bei einem Koordinierungstreffen im Juni waren unter anderem Fluggesellschaften wie Badr Airlines eingebunden worden, um direkte Rückführungsflüge aus mehreren Ländern zu organisieren. Einer der Rückkehrer, der nur mit Vornamen Youssef genannt wurde, bedankte sich stellvertretend für die Gruppe: „Wir danken dem König, der Regierung und dem marokkanischen Volk aufrichtig für den herzlichen Empfang, den sie uns bereitet haben.“

Teil einer breiteren Migrationspolitik

Marokko verfolgt seit Jahren eine Migrationspolitik, die neben der Bekämpfung irregulärer Migration auch Regularisierungsprogramme und freiwillige Rückkehrhilfen umfasst. Zehntausende Migrantinnen und Migranten aus afrikanischen Ländern wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen entsprechender Kampagnen legalisiert, während anderen bei Bedarf die Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht wurde. Die marokkanischen Behörden werten solche Aktionen regelmäßig als Ausdruck ihrer „Süd-Süd-Kooperation“ mit afrikanischen Partnerländern. Ob und wann weitere Rückführungsflüge für sudanesische Staatsangehörige aus Marokko folgen, ist bislang nicht bekannt.

Quellen: Morocco World News, Hespress Français, Le360

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