Interpol-Fahndung erfolgreich: Marokko nimmt mutmaßlichen Mörder aus Dänemark in Tanger fest

Interpol-Hauptsitz in Lyon (Symbolbild)
Foto: Massimiliano Mariani, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben in Tanger einen 28-jährigen dänischen Staatsbürger israelischer Herkunft festgenommen, der von Interpol mit einer sogenannten Roten Ecke (Red Notice) gesucht wurde. Der Mann steht laut Sicherheitsquellen im Verdacht des Drogenhandels, vorsätzlicher Tötung, Entführung sowie Freiheitsberaubung unter Gewaltanwendung. Der Zugriff erfolgte am Samstag, den 12. September, durch die Generaldirektion für Territoriale Überwachung (DGST) in Zusammenarbeit mit der marokkanischen Nationalpolizei (DGSN).

Einer der meistgesuchten Flüchtigen Skandinaviens

Nach Angaben marokkanischer Sicherheitskreise zählt der Festgenommene zu den am intensivsten gesuchten Personen im skandinavischen Raum, insbesondere in Dänemark. Die internationale Fahndung war auf Antrag der dänischen Behörden über das Nationale Zentralbüro von Interpol in Kopenhagen ausgelöst worden. Nach seiner Festnahme wurde der Mann in Polizeigewahrsam genommen, bevor er der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgeführt wird. Das marokkanische Büro von Interpol mit Sitz in Rabat hat die dänischen Kollegen über die Festnahme informiert, um die weiteren Schritte für ein mögliches Auslieferungsverfahren einzuleiten. Marokkanische Verantwortliche bezeichneten den Einsatz als Teil der internationalen Sicherheitskooperation des Königreichs im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität.

Tanger als wiederkehrender Schauplatz internationaler Fahndungserfolge

Der Fall reiht sich in eine längere Serie ähnlicher Vorfälle in der Hafenstadt ein. Bereits im Juni dieses Jahres nahmen marokkanische Behörden in Tanger einen von Interpol gesuchten deutschen Staatsbürger fest, im Dezember 2025 einen von Frankreich gesuchten niederländischen Flüchtigen am dortigen Hafen. Die Nähe Tangers zur Meerenge von Gibraltar und die Bedeutung des Hafens Tanger Med als Transitpunkt zwischen Europa und Afrika machen die Region wiederholt zum Ort, an dem international gesuchte Personen bei dem Versuch, unterzutauchen oder das Land zu verlassen, ins Netz der Fahnder gehen. Marokko unterhält seit Jahren eine enge operative Zusammenarbeit mit Interpol und europäischen Polizeibehörden, die von Beobachtern regelmäßig als Beleg für die Wirksamkeit der marokkanischen Sicherheitsarchitektur angeführt wird. Zu welchem genauen Tatvorwurf es in Dänemark kam und wann eine Auslieferung erfolgen könnte, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bekannt.

Quellen: Morocco World News, Barlamantoday

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