Bergbau-Bilanz: Benali sieht „mission accomplished“ – Sektor liefert 57 Milliarden Dirham Exporte

Schreitbagger (Dragline) des Phosphatkonzerns OCP im Tagebau bei Benguerir
Foto: Solox44, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Leila Benali, Marokkos Ministerin für Energiewende und nachhaltige Entwicklung, zieht nach fünf Jahren im Amt eine ungewöhnlich selbstsichere Bilanz: „Without blinking my eyes, mission accomplished“, sagte sie im Interview mit Morocco World News – ohne zu bestätigen, ob sie auch der nächsten Regierung angehören wird. Anlass war der Internationale Bergbaukongress in Rabat, der vom 6. bis 8. Oktober stattfand.

Bergbau als Wirtschaftsfaktor

Nach Angaben des Ministeriums steuert der Bergbau 8 bis 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und macht je nach Weltmarktpreisen rund 30 Prozent der Gesamtexporte aus. Im vergangenen Jahr erreichten die Bergbauexporte demnach 57 Milliarden Dirham. Der Sektor beschäftigt knapp 40.000 Menschen, löst jährlich Investitionen von 10 bis 20 Milliarden Dirham aus und bringt 3 bis 3,5 Milliarden Dirham an Steuereinnahmen. Rund 70 Prozent der per Schiff oder Bahn transportierten Tonnage entfallen auf Bergbauprodukte.

Zugleich öffnet Marokko neue Flächen: Wie die Zeitung Le Matin berichtet, wurden in einem Wettbewerbsverfahren 2,7 Millionen Hektar für Investoren freigegeben – die größte zusammenhängende Explorationsfläche, die das Land bislang internationalen Investoren angeboten hat. Im Fraser-Institute-Index 2025 liegt Marokko laut Boursenews auf Rang 15 weltweit.

Afrikas Rohstoffe vor Ort veredeln

Das Leitthema des dritten Kongresses, der erstmals in Rabat und nicht in Marrakesch stattfand: Afrika soll zum integrierten Zentrum für die Verarbeitung kritischer und strategischer Mineralien werden. Benali plädierte für Zusammenarbeit der Staaten des Kontinents. „Unsere Stärke wird aus der Vernetzung dieser Kapazitäten kommen“, sagte sie laut Le Matin. Als unverzichtbare Voraussetzung nannte sie „Mut“. Gegenüber Morocco World News warnte sie: „Souveränität bedeutet nicht, vollständig von den internationalen Märkten abgeschottet zu sein.“ Rahmenwerke für Finanzierung und Verarbeitung afrikanischer Mineralien könnten nicht „in Genf oder New York“ geschrieben werden.

FDIM-Präsident Mohammed Cherrat sagte, der Kongress solle nicht „nur ein Ort des Nachdenkens“ sein, sondern eine Plattform für Partnerschaften und Geschäfte. Mehdi Tazi, Präsident des Unternehmerverbands CGEM, mahnte laut Le Matin, dass zwischen Kapitalzusage und erstem Ertrag bei Bergbauprojekten 15 bis 20 Jahre liegen können.

Jerada: „schmerzhaftes Kapitel“ schließen

Besonders hob die Ministerin die Entwicklung in Jerada hervor, wo die Kohlemine vor rund 25 Jahren schloss. Dort wurden laut Ministerium mehr als 60 Kooperativen zu 12 Unternehmen zusammengeführt – „die Bergleute werden selbst zu Unternehmern“, so Benali. Die Region könne nun dieses „schmerzhafte Kapitel“ hinter sich lassen. Im Umweltvollzug verdoppelte sich die Zahl der Umweltpolizisten von etwa 40 auf mehr als 80.

Ob Benali ihr Amt behält, ist offen: Die Regierungsbildung nach der Wahl läuft noch, derzeit werden die Ressorts zwischen den Koalitionspartnern verteilt.

Quellen: Morocco World News, Le Matin, Boursenews

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