Koch-Einstieg bei OCP: Wettbewerbsrat prüft 50-Prozent-Beteiligung an Düngerwerk in Jorf Lasfar

Tanks und Fabrikanlagen im Industriegebiet Jorf Lasfar
Foto: Mounir Neddi, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der geplante Einstieg des US-Konzerns Koch beim marokkanischen Phosphatriesen OCP geht in die nächste Phase: Der marokkanische Wettbewerbsrat hat die Prüfung des Gemeinschaftsunternehmens bei Jorf Fertilizers Company I (JFC I) eröffnet. Dritte können noch bis zum 19. Oktober Stellungnahmen einreichen.

50:50-Beteiligung am Standort Jorf Lasfar

Konkret soll die Koch-Tochter KAES Phosphate Holdings 50 Prozent der Anteile und Stimmrechte an JFC I übernehmen. Die übrigen 50 Prozent verbleiben bei OCP Nutricrops, einer hundertprozentigen Tochter der staatlichen OCP-Gruppe. Beide Unternehmen hatten die Vereinbarung am 17. Juli bekannt gegeben. Finanzielle Details und einen Zeitplan für den Abschluss nannten sie nicht; die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

JFC I betreibt im Industriekomplex Jorf Lasfar eine Anlage für phosphatbasierte Düngemittel mit einer Jahreskapazität von bis zu 1,2 Millionen Tonnen. Dazu gehören Einheiten zur Verarbeitung von Phosphorsäure und Düngemitteln sowie eine Schwefelsäureanlage.

Ausbau einer bestehenden Partnerschaft

Koch ist in Jorf Lasfar bereits präsent: 2022 erwarb der Konzern 50 Prozent an Kofert, dem früheren Jorf Fertilizers Company III. Zusammen kämen beide Gemeinschaftsunternehmen auf rund 2,5 Millionen Tonnen Düngemittel pro Jahr. Scott McGinn, Präsident von Koch Fertilizer, erklärte laut Branchenberichten, die Investition baue auf den Erfahrungen mit Kofert auf und erweitere das Phosphatangebot von Koch. Faris Derrij, Vorsitzender und CEO von OCP Nutricrops, sagte, die Vereinbarung stärke die Fähigkeit beider Unternehmen, Nordamerika mit „zuverlässigen, hochwertigen Bodennährstofflösungen“ zu versorgen.

US-Zollpause als Rückenwind

Der Nordamerika-Fokus hat einen handfesten Hintergrund: Am 29. Juni setzte die US-Regierung die Anti-Dumping- und Ausgleichszölle auf marokkanische Phosphatdünger für acht Monate aus. Als Grund nannte sie Versorgungssorgen im Inland, die mit der teilweisen Sperrung der Straße von Hormus zusammenhängen. Nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums könnte die Aussetzung die Düngerkosten für amerikanische Landwirte um bis zu 22 Prozent senken, was rund 1,82 Milliarden Dollar pro Jahr entspräche. Die Zölle gehen auf eine Beschwerde des Konkurrenten Mosaic aus dem Jahr 2021 zurück und waren Ende 2025 auf 2,11 Prozent gesenkt worden.

Für OCP bedeutet das Joint Venture einen etablierten internationalen Partner mit direktem Zugang zum US-Markt, für Koch eine gemeinsame Position an einem der wichtigsten Phosphat-Verarbeitungsstandorte der Welt. Ob die Wettbewerbsbehörde Auflagen verhängt, bleibt abzuwarten.

Quellen: Morocco World News, Fertilizer Daily

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