Caracal-Hubschrauber und Milliarden-Bestellungen: Marokko treibt Frankreichs Rüstungsexporte an

Airbus H225M Caracal Militärhubschrauber bei einer Flugschau
Foto: Handelsgeselschaft, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Ein neuer Bericht des französischen Verteidigungsministeriums an das Parlament zeigt: Marokko war 2025 mit Abstand der wichtigste Rüstungskunde Frankreichs in Nordafrika – angeführt von der Bestellung von zehn Caracal-Transporthubschraubern für die Königlichen Luftstreitkräfte. Der jährliche Rüstungsexportbericht, der die Zahlen für das abgelaufene Jahr offenlegt, listet den Marokko-Deal neben Großaufträgen mit Indien, Indonesien und Griechenland als einen der bedeutendsten Verträge, die 2025 in Kraft traten.

Caracal-Hubschrauber ersetzen 40 Jahre alte Pumas

Airbus Helicopters hatte den Zehner-Auftrag für Maschinen vom Typ H225M Caracal im November 2025 offiziell bestätigt. Die Hubschrauber sind für Kampfrettungseinsätze (Combat Search and Rescue) ausgelegt und sollen die seit über 40 Jahren im Dienst stehenden Puma-Maschinen der marokkanischen Luftwaffe ersetzen. Ausgestattet sind die Caracals unter anderem mit einer Doppelwinde, einem Suchscheinwerfer, einem elektro-optischen System von Safran, Maschinengewehr-Kapazität sowie elektronischem Selbstschutz. Über den konkreten Kaufpreis des Deals machte Airbus keine Angaben.

Die Luftfahrt-Beschaffung der Königlichen Streitkräfte lief 2026 unvermindert weiter: Im Mai erhielten sie eine zweite Tranche von sieben AH-64E-Apache-Kampfhubschraubern aus den USA, womit sich die Zahl der gelieferten Maschinen auf 13 von insgesamt 24 bestellten erhöhte. Die Übergabe erfolgte im Rahmen des Abschlusses der Militärübung „African Lion 26“ in Cap Draa bei Tan-Tan.

Marokko dominiert Frankreichs Rüstungsgeschäft in Nordafrika

Laut dem Bericht verbuchten französische Rüstungsunternehmen 2025 Bestellungen aus Marokko im Wert von 532,1 Millionen Euro – damit entfiel praktisch das gesamte nordafrikanische Auftragsvolumen Frankreichs von 533 Millionen Euro auf das Königreich. Seit 2016 summiert sich der marokkanische Auftragsbestand auf 1,3251 Milliarden Euro. Tatsächlich ausgeliefert wurden 2025 allerdings nur Rüstungsgüter im Wert von 83,3 Millionen Euro, verglichen mit 904,7 Millionen Euro über den gesamten Zeitraum von 2016 bis 2025 – ein Hinweis darauf, dass zwischen Auftragseingang und tatsächlicher Lieferung oft mehrere Jahre liegen.

Frankreich genehmigte 2025 zudem 42 einzelne Ausfuhrlizenzen für Marokko, seit 2016 sind es insgesamt 559. Der Gesamtwert der 2025 erteilten Lizenzen belief sich auf 1,27 Milliarden Euro, wobei allein eine Lizenz der Kategorie ML5 – die Feuerleit-, Überwachungs- und Warnsysteme für militärische Zwecke umfasst – mit 969 Millionen Euro zu Buche schlug. Ergänzend wurden acht Raketenwerfer und zwei 20-mm-Kanonen an Marokko geliefert sowie eine Re-Export-Genehmigung der Kategorie ML5 erteilt.

Diversifizierte Beschaffung als strategisches Prinzip

Die enge Rüstungspartnerschaft mit Frankreich fällt in eine Phase spürbar verbesserter bilateraler Beziehungen, seit Paris 2024 die marokkanische Souveränität über die Westsahara anerkannt hatte. Gleichzeitig setzt Rabat erkennbar auf mehrere Beschaffungspartner gleichzeitig: Neben den französischen Caracals und amerikanischen Apaches unterzeichneten Marokko und das US-Kommando AFRICOM im Juli 2026 in Stuttgart eine Vereinbarung zum Aufbau des „Africa Multidomain Training and Experimentation Center“ (AMTEC) in Tan-Tan, das ein Trainingsgelände, eine Drohnen-Akademie sowie ein Innovationszentrum umfassen soll und bis 2030 entstehen soll.

Quellen: Morocco World News, Rapport au Parlement 2026, Ministère des Armées

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