Hackergruppe Jabaroot beansprucht Datenleck bei 70.000 Sicherheitskräften – DGSN und DGST dementieren

Wappen der marokkanischen Generaldirektion für nationale Sicherheit (DGSN)
Foto: General Directorate of National Security (DGSN), gemeinfrei (Public Domain), Quelle: Wikimedia Commons

Die Hackergruppe Jabaroot, die auch unter dem Namen JBT2026 auftritt, hat am 24. August über den Messengerdienst Telegram behauptet, Daten von rund 70.000 Angehörigen der marokkanischen Sicherheits- und Nachrichtendienste veröffentlicht zu haben – nach eigenen Angaben auch von Personal, das in Europa und an strategischen Institutionen im Land eingesetzt sei. Marokkos Sicherheitspol aus Generaldirektion für nationale Sicherheit (DGSN) und Generaldirektion für territoriale Überwachung (DGST) wies die Darstellung eines Cyberangriffs am Donnerstag, 27. August, in einem gemeinsamen Kommuniqué entschieden zurück.

Jabaroot verknüpft Leak mit der Ceuta-Krise

Die Hacker begründeten ihre Aktion mit dem massiven Grenzansturm auf die spanische Exklave Ceuta Ende Juli, bei dem nach Angaben spanischer Stellen am 30. und 31. Juli mehr als 70.000 Migranten die Grenze zu überqueren versuchten. Jabaroot bezeichnete die Veröffentlichung als „Geschenk“ an Spanien und beschuldigte die DGST, an der Organisation des Massenansturms direkt beteiligt gewesen zu sein. Belege für diesen schwerwiegenden Vorwurf legte die Gruppe nach Angaben mehrerer Medien nicht vor.

Sicherheitsbehörden: „Keinerlei Eindringen“ in eigene Systeme

In ihrem Kommuniqué erklärten DGSN und DGST „auf kategorische Weise“, dass es keinerlei Eindringen in ihre Informationssysteme oder Sicherheitsdatenbanken gegeben habe. Die kursierenden Informationen resultierten „in keinem Fall aus einem Eindringen in ihre Sicherheitssysteme“, sondern stammten aus „alten Daten, die aus Datenbanken und Informationssystemen heruntergeladen wurden, die von Versicherungsgesellschaften und Organisationen der Sozial- und Krankenversicherung verwaltet werden“. Die eigenen Systeme seien zudem nicht an offene Internet-Netzwerke angeschlossen, so die Behörden weiter. Zusätzlich warnten DGSN und DGST vor manipulierten Fotos und gefälschten Dokumenten, die im Umlauf seien – als Belege dafür verwiesen sie unter anderem auf nicht existierende Uniformen sowie sprachliche Fehler in den kursierenden Materialien.

Zweifel an der Größenordnung der Angaben

Auch unabhängige Einordnungen nähren Zweifel an der Darstellung der Hacker: Das Wirtschaftsportal Médias24 wies darauf hin, dass 70.000 Geheimdienstmitarbeiter zusammengenommen mehr wären als die Belegschaften von CIA und FBI der USA zusammen. Die veröffentlichten Datensätze sollen zudem teils aus früheren Datenlecks bei öffentlichen Sozialversicherungsträgern recycelt worden sein; unter den aufgeführten Personen befänden sich demnach auch bereits Verstorbene, während die jüngsten erfassten Einstellungsdaten bis ins Jahr 2020 zurückreichten.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Datenschutzvorfällen bei marokkanischen Behörden und Unternehmen der vergangenen Jahre ein, darunter frühere Lecks bei der Sozialversicherungskasse CNSS und der Post-Bank Al Barid Bank. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit der von Jabaroot veröffentlichten Daten durch externe IT-Sicherheitsexperten steht bislang aus.

Quellen: Morocco World News, TelQuel, TechNadu

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