
Marokko hat im internationalen Reputationsranking RepCore Nations 2026 einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht: Das Königreich belegt weltweit Platz 27 unter 60 untersuchten Volkswirtschaften – und führt damit die Rangliste in Afrika und der arabischen Welt an. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Sprung um drei Plätze, während sich das globale Bild insgesamt eintrübt: 43 der 60 bewerteten Länder verzeichneten 2026 einen Reputationsverlust.
124.000 Bewertungen aus 36 Ländern
Herausgeber der Studie ist die auf Länderreputation spezialisierte Analysefirma Reputation Lab. Grundlage sind rund 124.014 Online-Bewertungen aus 36 Ländern, ergänzt um gezielte Befragungen der Öffentlichkeit in den G7-Staaten Deutschland, Kanada, den USA, Frankreich, Italien, Japan und Großbritannien. Bewertet wurden 22 sogenannte rationale Attribute aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Umwelt – der Index misst damit im Kern, wie viel Bewunderung, Respekt und Vertrauen ein Land international genießt, unabhängig von reiner Bekanntheit.
An der Spitze des globalen Rankings steht erneut Japan, das seine Position um sieben Plätze verbesserte, gefolgt von Kanada, der Schweiz, Australien und Dänemark. Israel verzeichnete mit einem Rückgang von 7,2 Punkten den stärksten Reputationsverlust im diesjährigen Vergleich. Insgesamt konnten nur 14 der 60 untersuchten Volkswirtschaften ihr Ansehen steigern – Marokko zählt zu dieser kleinen Gruppe von Gewinnern.
Technologie, Sport und Verwaltung als Treiber
Laut Reputation Lab lässt sich Marokkos Aufstieg vor allem auf drei Faktoren zurückführen: eine verbesserte Wahrnehmung der technologischen Entwicklung des Landes, ein positiveres Bild des öffentlichen Ressourcenmanagements sowie internationale Erfolge im Sport, die dem Land zusätzliche Sichtbarkeit verschafft haben. Issam Lotfi, Chief Strategic Officer am marokkanischen Institut Royal des Études Stratégiques (IRES), stellte die Ergebnisse im Rahmen eines internationalen Webinars vor, in dem die Studienautoren die diesjährigen Resultate einordneten.
Reputation Lab beziffert auch den wirtschaftlichen Wert einer besseren Außenwahrnehmung: Ein Punkt Verbesserung im Index korreliert nach Angaben der Analysefirma im Schnitt mit einem Plus von 7,2 Prozent bei den Tourismuseinnahmen und einem Prozent bei ausländischen Investitionszuflüssen. Für ein Land, das seine Tourismusbranche massiv ausbaut und gezielt um internationale Investoren wirbt, ist ein verbessertes Reputationsprofil damit mehr als nur ein symbolischer Erfolg.
Fortsetzung eines längeren Aufwärtstrends
Der Sprung auf Rang 27 setzt eine Entwicklung fort, die sich bereits in den Vorjahren abzeichnete: 2025 hatte Marokko im selben Ranking Platz 30 belegt, nachdem sich das Land zuvor bereits kontinuierlich verbessert hatte. Die marokkanische Führungsrolle in Afrika und der arabischen Welt bei diesem Index ist damit kein einmaliger Ausreißer, sondern das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklung – parallel zu Großprojekten wie dem Ausbau der Infrastruktur für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 und einer aktiveren Rolle des Landes in internationalen Wirtschafts- und Diplomatieforen.
Quellen: Morocco World News, The North Africa Post, Bladi.net


