Marokkos Stauseen Ende August bei 67,5 Prozent: Rückgang durch Hitzewelle verlangsamt sich (Update)

Luftaufnahme eines marokkanischen Staudamms mit Wasserreservoir
Foto: Abdeaitali, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Stauseen haben in den vergangenen drei Sommermonaten deutlich an Wasser verloren: Zwischen Mitte Mai und Mitte August sind die nationalen Reserven um 1,27 Milliarden Kubikmeter gesunken, wie aus dem täglichen Bulletin der marokkanischen Wasserforschungs- und Planungsbehörde hervorgeht. Der landesweite Füllstand fiel von 76 auf 68,6 Prozent – ein Rückgang von mehr als sieben Prozentpunkten binnen drei Monaten.

Moulouya-Becken am stärksten betroffen

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im Becken des Moulouya-Flusses: Hier sank der Füllstand von 73,7 auf 57,73 Prozent, ein Minus von 16 Punkten. Die Reserven schrumpften von 517,3 auf knapp 405 Millionen Kubikmeter. Auch das Tensift-Becken verlor mehr als zwölf Punkte (von 95 auf 82,71 Prozent), während das Loukkos-Becken von 92 auf 81,24 Prozent zurückfiel und sein Stock von 1,80 auf rund 1,59 Milliarden Kubikmeter sank. Das Sebou-Becken, Marokkos größte Wasserreserve, hielt sich mit einem Rückgang von 88,4 auf 81,59 Prozent vergleichsweise stabil, verzeichnete in absoluten Zahlen mit 366 Millionen Kubikmetern aber den größten Einzelverlust des Landes.

Als Ursachen nennen die Behörden den klassischen sommerlichen Wasserverbrauch: Bewässerung der Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, industrieller Bedarf sowie Verdunstung durch anhaltend hohe Temperaturen. Das Land erlebt seit dem 19. Mai eine frühzeitig einsetzende Hitzewelle mit Spitzenwerten von bis zu 42 Grad Celsius in mehreren Regionen.

Reserven trotzdem doppelt so hoch wie im Vorjahr

Trotz des sommerlichen Rückgangs bleibt die Wasserbilanz deutlich günstiger als vor einem Jahr: Am gleichen Stichtag 2025 lag der landesweite Füllstand bei nur 34,49 Prozent – die aktuellen Reserven entsprechen also fast dem Doppelten des Vorjahreswerts. Grund für das hohe Ausgangsniveau waren die außergewöhnlich ergiebigen Niederschläge des vergangenen Winters, die Marokkos größten Staudamm Al Wahda zeitweise auf über 95 Prozent Füllstand brachten. Auch aktuell zeigen sich die beiden größten Reservoirs des Landes robust: Al Wahda gab nur rund zwei Punkte ab und hält bei 85,64 Prozent, der zweitgrößte Staudamm Al Massira verlor nur gut einen Punkt und steht bei 40,61 Prozent.

Die Regierung setzt angesichts der weiterhin bestehenden strukturellen Wasserknappheit unabhängig von den aktuellen Reserven auf den beschleunigten Ausbau von Meerwasserentsalzungsanlagen und auf ein landesweites Wassertransferprogramm zwischen den Flusseinzugsgebieten, um künftige Trockenperioden besser abfedern zu können.

Update (1. September 2026): Landesweiter Füllstand bei 67,5 Prozent

Zum Ende des meteorologischen Sommers hat sich der Rückgang der Wasserreserven verlangsamt: Nach aktuellen Zahlen lag der landesweite Füllstand der marokkanischen Stauseen am 31. August bei 67,5 Prozent, was einem Volumen von rund 11,51 Milliarden Kubikmetern entspricht – nur rund einen Punkt niedriger als Mitte August. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag (31. August 2025: 5,67 Milliarden Kubikmeter) bedeutet das mehr als eine Verdopplung der Reserven, ein Plus von rund 103 Prozent.

Die regionalen Unterschiede zwischen den Flusseinzugsgebieten bleiben groß: Während die Becken von Sebou (80,5 Prozent), Tensift (80 Prozent), Loukkos (79,9 Prozent) und Bouregreg (79,3 Prozent) weiterhin komfortabel gefüllt sind, liegen Oum Er-Rbia (59,5 Prozent) und Moulouya (56,5 Prozent) deutlich darunter. Am angespanntesten bleibt die Lage im Süden und Südosten: Das Becken Souss-Massa steht bei 48,6 Prozent, Guir-Ziz-Gheris bei 39,6 Prozent, und mit 32,4 Prozent bildet das Becken Drâa-Oued Noun weiterhin das Schlusslicht landesweit.

Quellen: Le360, L’Information.ma, Morocco World News

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