Nach Rekordregen: Marokko füllt Stauseen auf und beschleunigt Meerwasserentsalzung

Der Staudamm Oued El Makhazine in Marokko

Nach mehreren Dürrejahren hat sich die Wasserversorgung in Marokko 2026 spürbar entspannt. Dank außergewöhnlich ergiebiger Niederschläge in der Saison 2025/2026 konnten die Stauseen des Landes mehr als 16,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aufnehmen. Der landesweite Füllstand der Talsperren stieg von einem Tiefpunkt von rund 23 Prozent im Februar 2024 auf inzwischen etwa 76 Prozent.

Die Regierung nutzt die Erholung, um die Wasserinfrastruktur strukturell krisenfester zu machen. Bis 2028 sollen landesweit 155 kleinere Talsperren entstehen, die vor allem ländliche Regionen mit Wasser versorgen, Grundwasserleiter auffüllen und strategische Reserven bilden sollen. Für 2026 hat der Bau des Staudamms Tfer Priorität, der den bestehenden Damm Oued El Makhazine ergänzt: Für rund 700 Millionen Dirham entsteht dort ein Reservoir mit einer Kapazität von 400 Millionen Kubikmetern.

Parallel treibt Marokko den Ausbau der Meerwasserentsalzung voran. Landesweit sind inzwischen 17 Entsalzungsanlagen in Betrieb, die zusammen rund 350 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr liefern. Bis 2030 soll Entsalzung rund 60 Prozent des marokkanischen Trinkwasserbedarfs decken. Für 2026 hat die Regierung das Budget für Wasserinfrastrukturprojekte um 66 Prozent auf 10,55 Milliarden Dirham angehoben.

Die Doppelstrategie aus mehr Speicherkapazität und Entsalzung gilt als Kern der marokkanischen Antwort auf den Klimawandel: Das Land zählt zu den von Wasserknappheit besonders betroffenen Regionen Nordafrikas und will mit den Investitionen sowohl die Landwirtschaft als auch wachsende Städte langfristig absichern.

Quelle: Ministère de l’Équipement et de l’Eau / marokkanische Wirtschaftspresse

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