Partielle Mondfinsternis über Marokko: Am Freitag färbt sich der Mond kupferrot

Partiell verfinsterter, rötlich schimmernder Mond am Nachthimmel
Foto: Georgios Liakopoulos, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

In der Nacht auf Freitag können Marokkanerinnen und Marokkaner ein seltenes Himmelsschauspiel beobachten: Eine partielle Mondfinsternis lässt den Vollmond kurz vor Sonnenaufgang in kupferrotes Licht tauchen. Nach Angaben von Hespress English und dem Astronomieportal Starwalk wird der Erdschatten am 28. August rund 96 Prozent der sichtbaren Mondoberfläche bedecken – ein Wert, der die Finsternis optisch einem „Blutmond“ sehr nahebringt, ohne dass es sich um eine totale Verfinsterung handelt.

Genauer Zeitplan für Marokko

Landesweit beginnt der Halbschatten des Erdschattens laut den Berechnungen bereits gegen 2:23 Uhr Ortszeit. Die eigentliche partielle Phase, in der der dunkle Kernschatten sichtbar auf den Mond wandert, setzt gegen 3:34 Uhr ein. Ihren Höhepunkt erreicht die Finsternis um etwa 5:12 Uhr, wenn nach Angaben von Starwalk rund 93 Prozent des Monddurchmessers im Kernschatten liegen und die Mondscheibe eine kupfer- bis rotorange Färbung annimmt. Die partielle Phase endet gegen 6:52 Uhr. Da der Mond zu diesem Zeitpunkt bereits tief am westlichen Horizont steht, entscheidet der lokale Monduntergang darüber, wie lange sich das Schauspiel noch verfolgen lässt: In Casablanca geht der Mond laut Hespress English gegen 7:10 Uhr unter, kurz nachdem die Finsternis endet.

Freier Blick nach Westen empfohlen

Da die Beobachtung in den letzten Phasen mit dem Monduntergang zusammenfällt, empfehlen Astronomie-Portale einen Standort mit unverbautem Blick zum westlichen Horizont, etwa an der Küste oder auf erhöhten Plätzen ohne Gebäude oder Berge in Sichtachse. Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist die Beobachtung einer Mondfinsternis vollkommen gefahrlos möglich – eine Schutzbrille ist nicht nötig. Ein Fernglas oder ein kleines Teleskop genügt bereits, um die charakteristische Färbung und die fortschreitende Verdunkelung deutlich zu erkennen; mit bloßem Auge ist das Ereignis ebenfalls gut sichtbar.

Nächste Gelegenheit erst 2028

Die rötliche Färbung entsteht dadurch, dass die Erdatmosphäre kurzwelliges blaues Licht stärker streut, während langwelligeres rotes und oranges Licht in den Kernschatten gebrochen wird und so auf den verfinsterten Mond fällt – derselbe physikalische Effekt, der auch für rote Sonnenuntergänge sorgt. Wer das Ereignis verpasst, muss sich laut Starwalk länger gedulden: Die nächste von Marokko aus sichtbare (partielle) Mondfinsternis wird erst für den 12. Januar 2028 erwartet. Marokko hatte bereits im August eine partielle Sonnenfinsternis erlebt; 2027 folgt zudem eine totale Sonnenfinsternis über dem Norden des Landes.

Quellen: Hespress English, Star Walk, timeanddate.com

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