Marokkos Stauseen nach Jahren der Dürre so voll wie lange nicht

Der Al-Wahda-Staudamm, der größte Staudamm Marokkos, nach der Regensaison 2025/26

Nach mehreren Jahren schwerer Dürre füllen sich Marokkos Stauseen so stark wie seit Langem nicht mehr. Anfang Juli 2026 lag der landesweite Füllstand der großen Talsperren des Landes bei rund 72,9 Prozent – zum Vergleich: Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es lediglich 37,4 Prozent. Grund für die deutliche Erholung sind außergewöhnlich ergiebige Niederschläge seit Herbst 2025.

Besonders deutlich zeigt sich die Trendwende am Beispiel einzelner Großstaudämme: Al Wahda, der größte Staudamm des Landes, stieg nach Angaben der Wasserbehörden binnen kurzer Zeit von rund 41 auf etwa 95 Prozent Füllstand. Auch der Al-Massira-Damm, Marokkos zweitgrößte Talsperre, erreichte mit umgerechnet etwa 1,13 Milliarden Kubikmetern Wasser den höchsten Stand seit neun Jahren.

Nach sieben Jahren anhaltender Dürre, die die marokkanische Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung zahlreicher Regionen stark belastet hatte, gilt die aktuelle Entwicklung als bedeutende Entlastung. Beobachter warnen jedoch davor, die strukturellen Wasserprobleme des Landes als gelöst zu betrachten: Die ergiebigen Regenfälle hatten in einigen nördlichen und westlichen Landesteilen zugleich Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst, die Straßen, Häuser und landwirtschaftliche Flächen beschädigten – ein Hinweis darauf, wie anfällig das Land weiterhin für Klimaextreme in beide Richtungen bleibt.

Die Regierung hatte angesichts der langjährigen Wasserknappheit zuletzt verstärkt in den Ausbau von Entsalzungsanlagen sowie in ein landesweites Wassertransfer-Programm zwischen Flusseinzugsgebieten investiert, um künftige Dürreperioden besser abfedern zu können. Diese Investitionen sollen trotz der aktuellen Erholung der Stauseen fortgesetzt werden.

Quelle: Fnh.ma, Le Matin, Fanack Water

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