
Marokko zieht laut dem neuen „World Investment Report 2026“ der UN-Handels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD verstärkt internationale Investitionen in den Bereichen Wasserstoff, Energie und Industrie an. Das Land positioniert sich damit zunehmend als einer der wichtigsten Standorte für grüne Wasserstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent.
319 Milliarden Dirham für grünen Wasserstoff
Konkret hat Marokko rund 319 Milliarden Dirham – umgerechnet etwa 31,9 Milliarden US-Dollar – für den Aufbau von Grün-Wasserstoff-Projekten zugesagt, mit einem Schwerpunkt in den südlichen Provinzen Laâyoune-Sakia El Hamra, Dakhla-Oued Eddahab und Guelmim-Oued Noun. Die Regierung hat bereits vorläufige Vereinbarungen mit fünf in- und ausländischen Investoren für die Umsetzung von sechs Projekten unterzeichnet und dafür bis zu eine Million Hektar Land für das Programm bereitgestellt.
Internationale Energiekonzerne zeigen Interesse
Unter den Unternehmen, die Interesse an einer Beteiligung bekundet haben, finden sich einige der größten Namen der globalen Energiebranche: die emiratische TAQA, der französische Total-Konzern, die saudische ACWA Power sowie die marokkanische Nareva. Bereits im Februar 2026 waren vorläufige Landreservierungsabkommen unterzeichnet worden, die die Mobilisierung öffentlicher Flächen in den südlichen Regionen regeln.
Teil einer breiteren industriellen Strategie
Der UNCTAD-Bericht ordnet Marokkos Wasserstoff-Ambitionen in einen globalen Trend ein: Investitionen in Energiewende-Technologien wie Wasserstoff verteilen sich demnach zunehmend geografisch über verschiedene Segmente der grünen Produktionskette. Für Marokko, das sich parallel auch bei erneuerbaren Energien und im Rohstoffbereich als industrieller Aufsteiger positioniert, dürfte der Wasserstoff-Sektor damit zu einem zentralen Baustein der wirtschaftlichen Diversifizierung der kommenden Jahre werden – vorausgesetzt, die angekündigten Investitionen werden tatsächlich in dem geplanten Umfang realisiert.
Quellen: UNCTAD, Middle East Online


