Digitale Verwaltung: Marokko und UN-Kommission ESCWA besiegeln Kooperationsabkommen

Serverraum eines Rechenzentrums mit blau beleuchteten Servern (Symbolbild)
Foto: BalticServers.com, Lizenz CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko und die Wirtschafts- und Sozialkommission der Vereinten Nationen für Westasien (ESCWA) haben Anfang September 2026 in Rabat eine Grundsatzvereinbarung zur digitalen Transformation und Verwaltungsreform unterzeichnet. Unterzeichnet wurde das Memorandum of Understanding von Amal El Fallah Seghrouchni, marokkanische Ministerin für digitale Transformation und Verwaltungsreform, sowie Rania Al-Mashat, Exekutivsekretärin der ESCWA und zugleich Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen. Die Vereinbarung soll den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren zwischen Marokko und den arabischen Staaten der Region strukturell verankern. Die ESCWA ist eine von fünf Regionalkommissionen der Vereinten Nationen und koordiniert mit Sitz in Beirut wirtschafts- und sozialpolitische Vorhaben von 21 Mitgliedstaaten aus Nordafrika und dem Nahen Osten, zu denen auch Marokko zählt.

Gemeinsame Programme für Verwaltung und Künstliche Intelligenz

Im Zentrum der Kooperation stehen laut Ministerium gemeinsame Programme in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Digitalisierung und Innovation. Vorgesehen sind unter anderem der verantwortungsvolle Einsatz Künstlicher Intelligenz in Behörden, die Vereinfachung von Verwaltungsabläufen sowie der Ausbau von Kapazitäten, um die Nutzererfahrung der Bürger im Umgang mit staatlichen Dienstleistungen spürbar zu verbessern. Ministerin El Fallah Seghrouchni erklärte, das Memorandum solle „als Plattform für konkrete gemeinsame Initiativen“ dienen und zugleich eine „breitere Zusammenarbeit mit arabischen Staaten“ ermöglichen.

Fortsetzung der Rabater Erklärung

Die Vereinbarung knüpft an das dritte Arabische Forum für öffentliche Verwaltung an, das Ende Juni und Anfang Juli 2026 in Rabat stattfand und mit der sogenannten Rabat-Erklärung endete. Darin hatten die Teilnehmerstaaten festgehalten, dass digitale Transformation und Verwaltungsreform als sich ergänzende Prozesse vorangetrieben werden müssten – mit klarem Fokus auf Servicequalität, administrative Vereinfachung, verantwortungsvolle KI-Nutzung und den Aufbau digitaler Kompetenzen. Das neue Memorandum soll diese Leitlinien nun in konkrete, gemeinsam mit der ESCWA umgesetzte Projekte überführen.

Teil einer umfassenderen Digitalstrategie

Für Marokko reiht sich die Vereinbarung in eine Serie internationaler Digitalisierungsinitiativen der vergangenen Wochen ein. Erst kürzlich war El Fallah Seghrouchni in Paris mit dem Afrikanischen Exzellenzpreis für ihre Arbeit an digitaler Souveränität und Verwaltungsmodernisierung ausgezeichnet worden. Das Ministerium arbeitet parallel an einer Roadmap zur digitalen Verwaltungstransformation für den Zeitraum 2026 bis 2030, die unter anderem auf schlankere Prozesse, geringere Bürokratie und einen leichteren Zugang zu Behördendiensten abzielt. Mit der ESCWA-Kooperation erhält Marokko nun zusätzlich eine Plattform, um seine Erfahrungen im digitalen Wandel mit anderen arabischen und afrikanischen Staaten zu teilen und umgekehrt von deren Praxis zu profitieren.

Quellen: Morocco World News, InfoMagazine Maroc, TechAfrica News

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